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Aufregung bei Mailänder Derby : „Verrückte Schlägerei“ von Ibrahimovic und Lukaku

  • Aktualisiert am

Streithähne auf dem Rasen: Romelu Lukaku (links) und Zlatan Ibrahimovic Bild: Reuters

Das Mailänder Derby ist sowieso schon immer eine emotionale Sache. Im Viertelfinale des Pokals geht es diesmal besonders hoch her. Vor allem die Stürmer Zlatan Ibrahimovic und Romelu Lukaku duellieren sich heftig.

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          Inter Mailand hat in einem packenden Stadtderby durch ein spätes Tor den Einzug in das Halbfinale des italienischen Fußball-Pokals geschafft. Die Mannschaft von Trainer Antonio Conte siegte am Dienstagabend im Giuseppe-Meazza-Stadion durch ein Freistoßtor des Dänen Christian Eriksen in der Nachspielzeit gegen den Stadtrivalen AC Mailand mit 2:1 (0:1). In der Serie A führen die beiden Mailänder Teams die Tabelle an. Milan ist mit 43 Zählern und zwei Punkten Vorsprung auf Inter Spitzenreiter.

          Bei dem hektischen Aufeinandertreffen waren die Rossoneri zunächst durch Zlatan Ibrahimovic in Führung gegangen (31.). Der Schwede und Romelu Lukaku gerieten kurz vor der Halbzeit heftig aneinander und standen sich Gesicht an Gesicht gegenüber. Beide sahen vom Schiedsrichter, der es nicht leicht hatte in einem Spiel voller Streitigkeiten, die Gelbe Karte. Die Auseinandersetzung der beiden Mittelstürmer ging sogar noch auf dem Weg in die Kabinen in der Halbzeit weiter. Lukaku musste dabei von seinen Mitspielern zurückgehalten werden.

          Nachdem Ibrahimovic nach einem Foul in der 58. Minute die Gelb-Rote Karte sah, bekam das Spiel eine Wendung. Ausgerechnet sein Kontrahent, der belgische Torjäger Lukaku, erzielte für Inter per Elfmeter den Ausgleichstreffer (71.). In der 99. Minute schließlich war es Eriksen, der die Partie mit einem sehenswerten Freistoß drehte und letztlich für den Sieg von Inter sorgte. Aufkommende Rassismus-Vorwürfe wies Ibrahimovic am Mittwoch zurück. „In Zlatans Welt gibt es keinen Platz für Rassismus. Wir sind alle gleich, wir sind alle Fußballer, einige besser als andere„, kommentierte Ibrahimovic auf Twitter. 

          Als „beschämend“ und „rustikal“ bezeichnete das Sport-Blatt „Corriere dello Sport“ am Mittwoch den Streit der beiden Stars am Tag danach. „Bitte lasst uns nicht versuchen, die Position des einen oder anderen zu beschönigen: Sie haben beide Fehler gemacht“, kommentierte die Zeitung weiter. Auf Twitter teilten die Fans tausendfach die Fotos von der Kopfnuss. „Verrückte Schlägerei“ titelte die „Gazzetta dello Sport“ dazu am Mittwoch. „Das Spielfeld war wie ein Box-Ring: Das wilde Duell der Schwergewichte Ibra und Lukaku. Das San-Siro-Stadion wird zu einem Saloon, das Derby ist eine schwere Demütigung für den italienischen Fußball.“

          „Der Streit der Giganten wird zu einer skandalösen Schlägerei mit Drohungen und Schimpfwörtern“, kommentierte „Tuttosport“. „Der arrogante Ibrahimovic verliert auf der ganzen Linie. Das Mailänder Derby wird zu einem Stierkampf“, schrieb „La Repubblica“. „Stark, aber nervös: Der feurige Ibrahimovic lässt Milan im Stich“, kritisierte „Corriere dello Sport“ den Skandinavier. „Ibrahimovic ruiniert sich selbst und seine Mannschaft mit dem Wahnsinn seiner Provokation“, konstatierte auch „La Stampa“ mit kritischen Worten in Richtung Ibrahimovic.

          Im Halbfinale trifft das Conte-Team auf den Sieger der Partie zwischen Juventus Turin und Zweitligaverein AC Spal Ferrara an diesem Mittwoch (20.45 Uhr bei DAZN). In den weiteren Viertelfinals stehen sich am Mittwoch Atalanta Bergamo mit dem deutschen Nationalspieler Robin Gosens und Lazio Rom (17.45 Uhr) sowie am Donnerstag (21.00 Uhr) SSC Neapel und Spezia Calcio gegenüber.

          Torhüter-Urgestein Gianluigi Buffon vom italienischen Rekordmeister Juventus muss sich derweil wegen Gotteslästerung vor einem Gericht verantworten. Die Äußerung sei beim 4:0-Auswärtssieg der „Bianconeri“ bei Parma Calcio am 19. Dezember gefallen, hieß es in der Mitteilung des italienischen Fußball-Verbandes Figc vom Dienstag. Gegen den 42-Jährigen laufe deshalb ein Disziplinarverfahren.

          In dem Vorwurf heißt es, Buffon habe etwa um die 80. Spielminute etwas zu seinem Teamkollegen Manolo Portanova gesagt, als die blasphemische Äußerung fiel. Buffon wäre nicht der erste Profi-Kicker in der Serie A, der eine Strafe für Blasphemie bekäme. Mitte Dezember wurde auch Bryan Cristante von AS Rom dabei erwischt und wurde für ein Spiel gesperrt. Damals hatte das Sportgericht der Liga Fernsehbilder überprüft und die Tat zweifelsfrei festgestellt.

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