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Italienischer Fußball : Rassisten auf dem Radarschirm

Big Brother is watching and listening: Dank moderner Technologie sollen Rassisten und Faschisten in Italiens Stadien keinen Platz mehr finden. Bild: Reuters

Italiens Fußballchef will der düsteren Lage in den heimischen Stadien mit Video- und Tonüberwachung Einhalt gebieten. Per Technologie sollen Täter identifiziert und Schiedsrichter entlastet werden. Doch das könnte zu ganz anderen Problemen führen.

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          Am 22. Oktober 2018 wurde Gabriele Gravina zum neuen Präsidenten des italienischen Fußballverbandes (FIGC) gewählt – mit 97 Prozent der Stimmen. In seinem ersten Amtsjahr hat der 66 Jahre alte Unternehmer und Sportfunktionär aus Apulien viel Grund zur Freude gehabt. Nach der sportlichen Katastrophe von 2018, als sich der viermalige Weltmeister erstmals seit sechs Jahrzehnten nicht für eine WM-Endrunde hatte qualifizieren können, begeistert die Squadra Azzurra die Leute wieder.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Unter dem neuen Trainer Roberto Mancini hat das verjüngte Team zuletzt neun Siege in Folge errungen – ein Kunststück, das seit 1938 unter dem legendären Vittorio Pozzo, zweimaliger Weltmeistertrainer, nicht mehr geglückt war. Die Qualifikationsgruppe J zur EM-Endrunde 2020 – zugegeben eine der leichtesten – führt Italien mit 24 Punkten aus acht Spielen und 25:3 Toren souverän an und ist längst qualifiziert. So groß ist die nach 2018 merklich abgekühlte Begeisterung der Italiener jetzt wieder, dass die Tifosi sogar das zunächst höchst umstrittene neue grüne „Renaissance“-Trikot der Azzurri in Massen kaufen. Was sich im italienischen Fußball auf dem Platz abspielt, gibt mithin Anlass zur Hoffnung. Sogar in der Serie A verspricht die Saison 2019/20 mehr Spannung als in den vergangenen Jahren der eintönigen Regentschaft von Juventus Turin. Inter Mailand unter Trainer Antonio Conte ist wieder da, und als weiterer Thronprätendent neben dem SSC Neapel unter Carlo Ancelotti drängt das aufstrebende Team von Atalanta Bergamo mit Übungsleiter Gian Piero Gasperini nach oben.

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