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Im Gespräch: Wolfsburg-Stürmer Olic : „Bayern spielt den besten Fußball Europas“

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Wichtiger Wolf: Ivica Olic trifft für den VfL am häufigsten Bild: dpa

Ivica Olic kehrt mit dem VfL Wolfsburg fürs DFB-Pokal-Halbfinale an die alte Wirkungsstätte München (20.30 Uhr) zurück. Im Interview grübelt der Kroate, wie Wolfsburg eine Chance haben könnte.

          Hatten Sie schon einmal das Gefühl vor einem Spiel, ein größerer Außenseiter zu sein als nun vor dem Halbfinale im DFB-Pokal beim FC Bayern (live in der ARD und F.A.Z.-Liveticker)?

          Ich weiß schon, dass es sehr schwer wird. Bayern war schon in meiner Zeit sehr heimstark, und dieses Jahr sind sie ganz besonders stark. Aber egal, gegen wen ich gespielt habe - ich hatte immer Hoffnung. Und Hoffnung habe ich jetzt auch wieder. Ich kenne die Bayern, jeden Einzelnen. Aber sie kennen mich auch - und meine Hoffnung.

          Alle reden jetzt von den deutschen Duellen gegen Barcelona und Real Madrid in der Champions League. Hoffen Sie, dass die Bayern das Spiel gegen Wolfsburg wenigstens ein ganz klein bisschen unterschätzen?

          Ich glaube nicht, leider. Wenn die Meisterschaft noch nicht entschieden wäre, dann hätte ich mir ein bisschen Hoffnung gemacht, am Dienstag ein anderes Gesicht von Bayern zu sehen. Aber gegen Nürnberg konnten sie am Samstag mit ihrer zweiten Mannschaft spielen und waren wie erwartet ganz stark - gegen uns werden jetzt wieder die besten Bayern spielen. Dass so etwas nicht einfach wird, muss ich ja nicht sagen, das weiß jeder. Aber wir werden alles für eine Überraschung geben.

          Glauben Sie solche Sprüche wie „In einem Spiel ist alles möglich“ gegen Bayern tatsächlich - oder versuchen Sie einfach nur, sich ein bisschen Mut zu machen?

          Sogar in ein paar Minuten ist alles möglich - das haben wir doch bei Dortmund gegen Málaga gesehen. Man muss im Fußball glauben, und mit so einem Glauben gehe ich nach München. Wir können da was machen!

          Im Ernst jetzt?

          Es ist so, wie Sie gesagt haben: In einem Spiel kann alles passieren - mit ein bisschen Glück.

          Sie wissen schon, dass die Bayern in der Rückrunde der Bundesliga jedes Spiel gewonnen haben. Gibt es eine Schwäche in dieser Mannschaft, die Sie entdeckt haben, aber von der wir noch nichts ahnen?

          Sie haben in diesem Jahr zwei Spiele gezeigt, in denen sie ein bisschen unsicher waren: zu Hause gegen Düsseldorf und gegen Arsenal. Aber das war dann auch ganz schnell vorbei. Barcelona hatte in dieser Saison schon mehr kleine Krisen als die Bayern. Und in den wichtigen Spielen in dieser Saison sind die Bayern immer da gewesen. Das ist nicht gerade gut für uns. Aber das Spiel in München ist für uns ein Endspiel, nicht für die Bayern.

          Knapp unterlegen: Olic im Duell mit Boateng

          Wo können Sie in München ansetzen, wo liegt Ihre Chance für eine Sensation?

          Wir haben uns in den Standardsituationen verbessert, da haben wir Qualität. Das ist eine Chance gegen Bayern, wir haben gesehen, dass Eckbälle immer wieder mal zu Toren geführt haben, auch beim 9:2 gegen den HSV. Ein Tor gegen Bayern reicht aber nicht, wir müssen dazu auch über neunzig Minuten eine Superleistung bringen, sonst schießen die Bayern immer ihre zwei, drei Tore, egal gegen welche Mannschaft.

          Noch eine andere Idee als Standardsituationen?

          Die wenigen anderen Tore, die sie kassiert haben, sind durch Konter entstanden. Wir werden die Bayern kaum unter Druck setzen können, wir müssen alle hinter dem Ball sein - und dann so schnell wie möglich kontern.

          Haben Sie schon mal eine so gute Bayern-Mannschaft erlebt - und was ist der Unterschied zu den Jahren, als Sie beim FC Bayern spielten?

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