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Im Gespräch: Piotr Trochowski : „Ich will etwas Entscheidendes beitragen“

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Trochowskis Herbst: „Ich habe sofort die Chance bekommen zu zeigen, was ich drauf habe” - auch im Spiel gegen Russland (r. Konstantin Zyrianow) Bild: REUTERS

Während der EM hat Piotr Trochowski keine Minute gespielt, jetzt ist der Hamburger der Gewinner des von Trainer Löw ausgerufenen Konkurrenzkampfs. Im F.A.Z.-Interview erzählt er, warum ihn der EM-Frust motiviert hat und das Zusammenspiel mit Philipp Lahm so gut funktioniert.

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          Während der EM hat Piotr Trochowski keine Minute gespielt, jetzt ist der Hamburger der Gewinner des von Trainer Löw ausgerufenen Konkurrenzkampfs. Der gebürtige Pole galt in der Jugend als größeres Talent als Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm, mit denen er beim FC Bayern im selben Jahrgang spielte. Den Stammplatz in der Nationalelf erkämpfte er sich mit Verspätung. Im F.A.Z.-Interview erzählt er, warum ihn der EM-Frust motiviert hat, wieso die Stimmung im Team trotz des Konkurrenzkampfes gut ist und weshalb das Zusammenspiel mit Philipp Lahm so gut funktioniert.

          Nach der starken Leistung gegen den stärksten Gruppengegner Russland: Wie wird das Spiel gegen Wales?

          Anders, vielleicht auch leichter. Wenn man nicht mit der Einstellung reingeht wie gegen Russland, werden wir aber unsere Schwierigkeiten bekommen. Deshalb müssen wir das Spiel gegen die Russen aus dem Kopf bekommen und uns auf Wales konzentrieren. Wir haben ja schon in der letzten EM-Qualifikation zweimal gegen diesen Gegner gespielt, wir wissen, was auf uns zukommt.

          „Manchmal ist weniger mehr”: Piotr Trochowski
          „Manchmal ist weniger mehr”: Piotr Trochowski : Bild: dpa

          Wie gut kennen Sie die Waliser? Sind Sie nur Fußballprofi oder auch Fußballfan, der sich alles reinzieht, was er über Fußball erfahren kann?

          Ich bin eher der Typ für die Zusammenfassung der Höhepunkte. Ich kenne mich im Waliser Fußball überhaupt nicht aus, weiß nicht, wer da in der Tabelle oben steht. Ich weiß nur, dass die meisten Nationalspieler in England spielen. Es sind auf jeden Fall viele gute Fußballer dabei. Es geht viel über den Kampf bei ihnen, darauf müssen wir uns gut vorbereiten.

          Sie haben bei der EM im Sommer nicht eine Minute gespielt, standen aber in allen drei WM-Qualifikationsspielen danach in der Anfangsformation. Sind Sie nach zwei Jahren in der Nationalmannschaft angekommen?

          Jetzt vielleicht ja. Ich war durch die EM sehr motiviert und wollte meinen Vorwärtsdrang nach der Sommerpause weiterentwickeln. Das ist mir ganz gut gelungen, auch im Verein.

          Wie kann man durch eine EM motiviert sein, bei der man nicht gespielt hat? Kevin Kuranyi wurde gegen Russland nicht berücksichtigt und reiste ab.

          Ich will mich nicht mit Kevin vergleichen. Er hat, glaube ich, 52 Länderspiele, und ich hatte vor der EM nur zwölf. Klar hatte ich auch ein paar Ansprüche, ich wollte wenigstens ein paar Minuten spielen. Aber das hat nicht funktioniert, obwohl ich mich im Training ganz gut angeboten hatte und ich im einen oder anderen Spiel der Mannschaft durch eine Offensivaktion hätte helfen können. Man muss einfach Geduld haben, weiter arbeiten und dranbleiben, das habe ich gemacht.

          Noch mal, wieso haben Sie nicht die Motivation verloren?

          Durch die Atmosphäre, das ganze Drum und Dran. Die besten Fußballer Europas waren da, und ich habe gemerkt, du kannst da mithalten, du hättest auch etwas Entscheidendes machen können. Der Gedanke, beim nächsten Mal, wenn du dabei bist, kannst du das nachholen, hat mich motiviert. Ich habe gemerkt, die anderen laufen auch nur mit zwei Beinen.

          Sie sind zurzeit in der Nationalmannschaft auf der linken Mittelfeldseite erfolgreich, haben aber schon in der Mitte oder rechts gespielt. Was ist Ihre Lieblingsposition?

          Bis zum Wechsel in den Männerbereich war ich ein echter Zehner, und das war auch meine Lieblingsposition. Dann wurde ich bei den Bayern mehr oder weniger umgeschult. Beim HSV habe ich später ab und zu die Position der Zehn ausgefüllt. Da ist man vielseitiger, kann nach allen Seiten ausweichen, das ist schon meine beste Position. Aber ich habe mich längst auch auf außen eingespielt.

          Wieso klappt das Zusammenspiel mit Philipp Lahm auf der linken Seite so gut?

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