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Im Gespräch: Nationalspieler Simon Rolfes : „Torsten ist nicht da, aber auch nicht weg“

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Simon Rolfes: „Die Engländer nun in Berlin zu schlagen wäre auch eine wunderbare Sache” Bild: ddp

Simon Rolfes kämpft um einen Stammplatz im Nationalteam. Der 26 Jahre alte Kapitän von Bayer Leverkusen konkurriert dabei mit Torsten Frings. Mit der Tabellenführung im Rücken fühlt sich Rolfes vor dem Länderspiel gegen England bestens gerüstet, wie er im FAZ.NET-Interview sagt.

          Simon Rolfes kämpft um einen Stammplatz im Nationalteam. Der 26 Jahre alte Kapitän von Bayer Leverkusen konkurriert dabei mit Torsten Frings um die Position im defensiven Mittelfeld. Mit der Tabellenführung im Rücken fühlt sich Rolfes vor dem Länderspiel gegen England in Berlin bestens gerüstet.

          Im FAZ.NET-Interview spricht Rolfes über die Diskussion um Ballack und Frings, seine Ziele mit Leverkusen und die Bedeutung eines Sieges gegen England.

          Haben Sie es sich so einfach vorgestellt, Torsten Frings zu verdrängen und Tabellenführer der Bundesliga zu sein?

          Torsten ist zwar nicht da, aber er ist auch nicht weg. Er gehört jedoch weiter zur Nationalmannschaft, auch wenn er jetzt mal nicht im Kader für das Spiel gegen England steht. Und natürlich ist es für mich jetzt ein besonders schönes Gefühl, zur Nationalmannschaft zu reisen: als Tabellenerster mit Bayer Leverkusen. Es ist klar, dass ich die Entwicklung, die ich mit dem Verein gemacht habe, nun auch in der Nationalmannschaft nehmen möchte.

          Simon Rolfes (r., im EM-Spiel gegen den Türken Akman): „Ich will jeden Tag zeigen, dass ich die nötige Qualität habe.”

          In den letzten Wochen gab es nur ein Thema in der Nationalmannschaft: die Kritik von Ballack und der angedeutete Rücktritt von Frings. (siehe: Michael Ballack im F.A.Z.-Interview: „Frings' Rücktritt wäre schlimm“und Nationalelf: Bankdrücker Torsten Frings denkt an Rücktritt) Wie haben Sie die Diskussion wahrgenommen?

          Es war schon komisch, dass in einer nationalmannschaftsfreien Zeit so viel über die Nationalmannschaft geredet wurde. Ich denke, dass es gut ist, dass das Thema jetzt vom Tisch ist. Wir müssen uns endlich wieder auf sportliche Themen konzentrieren.

          Kapitän Ballack hatte angemahnt, dass junge Spieler erst noch ihre Qualitäten zeigen müssten, wenn es drauf ankäme. Ob sie das schafften, sei nicht sicher. Damit durften sich wohl vor allem Thomas Hitzlsperger und Sie angesprochen fühlen?

          Das sehe ich völlig neutral und nicht auf mich und meine Position bezogen. Man weiß doch vor einem Turnier nie, wie es laufen wird. Da muss sich jeder beweisen. Da ist es ganz egal, ob man neu dabei ist oder schon acht Jahre zum Team gehört. Ich will jeden Tag zeigen, dass ich die nötige Qualität habe.

          Manche fürchten, die Diskussionen könnten bis zur WM 2010 zu einem Bruch in der Mannschaft führen, dass die Gräben nicht zu schließen seien.

          In einer Mannschaft gibt es immer Differenzen und Reibung. Es zeichnet eine gute Mannschaft jedoch aus, dass sie aus solchen Situationen gestärkt hervorgeht, dass sie sich neu findet. Ich bin überzeugt, dass uns das gelingt. Ich werde mich weiter ganz normal verhalten. Ich versuche meine Ziele zu verwirklichen und mich ins Team einzubringen.

          Wie haben Sie die Ansprache des Bundestrainers an die Mannschaft erlebt?

          Der Bundestrainer hat zum Jahresabschluss klare Worte gefunden und uns seine Erwartungen mitgeteilt.

          Wie wirkt sich bei Ihnen das Selbstbewusstsein eines Tabellenführers aus?

          Man kommt immer selbstbewusst zur Nationalmannschaft, aber es ist ganz ehrlich noch mal etwas anderes, als Tabellenführer anzureisen. Das macht eindeutig noch mehr Spaß. Wir quatschen ja auch immer über die Tabellenposition, und es gibt den einen oder anderen Spruch. Jetzt kann ich das mal als Tabellenerster mitmachen. Auf dem Platz macht man mit Selbstbewusstsein einfach instinktiv das Richtige. Ich spiele freier, lockerer, und wenn man sich dann zum Beispiel in einer Situation drehen muss, dreht man sich zur richtigen Seite. Das ist einfach so, wenn es läuft und alles leichter geht.

          Können Sie Ihr Gefühl und Ihr Spiel auch ganz genau auf die Nationalmannschaft übertragen?

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