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Im Gespräch: Mats Hummels : „Machtgehabe hat was von Kindergarten“

  • Aktualisiert am

„Die Chance ist da, und ich weiß, dass ich die Qualität habe” Bild: dpa

Mats Hummels ist einer der Hoffnungsträger der nächsten Generation. Beim 2:1-Sieg in Wien bestritt der Dortmunder sein erstes Pflichtspiel in der Nationalmannschaft. Im Interview spricht er über seine Generation und flache Hierarchien.

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          Die nächste Generation steht schon bereit: Mats Hummels ist eine der jungen Kräfte, die der Fußball-Nationalmannschaft im Hinblick auf die EM im nächsten Jahr noch einmal frische Impulse und neue Qualität geben sollen. In der Bundesliga gehörte der 22 Jahre alte Innenverteidiger zu den Stützen der Dortmunder Meistermannschaft, beim 2:1-Sieg am Freitagabend in Wien absolvierte er sein sechstes Länderspiel. Für ihn und seinen Klubkollegen Marcel Schmelzer war es zugleich ein besonderes: Es war der jeweils erste Pflichtspieleinsatz im Nationalteam – und das über 90 Minuten.

          Torsten Frings hat im „Stern“ noch mal seine Meinung über die junge Fußballergeneration mitgeteilt. „Den Jungs rutscht nichts Unbedachtes raus. Die wollen nicht anecken“, heißt es da zum Beispiel. Fühlen Sie sich angesprochen?

          Ja, zwangsläufig. Ich glaube, dass es wirklich so ist. Dass man immer mehr darauf achten muss, was man sagt, weil es immer gleich höhere Wellen schlägt, wenn man mal was überraschend ist oder als nicht passend interpretiert wird. Die größte Gefahr besteht darin, dass aus einem Interview nur zwei, drei Sätze ohne den Gesamtzusammenhang zitiert werden – und schon hast du die tollsten Schlagzeilen. Genauso kann das mit einer ironischen Bemerkung sein, die negativ ausgelegt wird. Ich habe das ja bei Kevin Großkreutz erlebt, der gesagt hat: Wenn mein Sohn Schalke-Fan wird. . .

          Meister Hummels (mit Nuri Sahin bei der Feier): „Die größte Gefahr besteht darin, dass aus einem Interview nur zwei, drei Sätze ohne den Gesamtzusammenhang zitiert werden”
          Meister Hummels (mit Nuri Sahin bei der Feier): „Die größte Gefahr besteht darin, dass aus einem Interview nur zwei, drei Sätze ohne den Gesamtzusammenhang zitiert werden” : Bild: AFP

          . . . dann kommt er ins Heim.

          Das war auf der letzten „Sport-Bild“-Seite, da weiß man eigentlich, dass es ironisch gemeint ist. Dass das dann ein großes Thema wird, ist lächerlich und unnötig.

          Man hätte auch erwarten können, dass Sie Frings widersprechen. Ecken Sie wirklich nie an?

          Das passiert schon manchmal. Aber der Großteil der Aussagen ist eben so, dass man sich Gedanken machen muss, damit andere es nicht in den falschen Hals bekommen können.

          Intern ist es aber sicher etwas anderes?

          Sicher. Intern kann man ganz normal reden. Wie man es früher auch getan hat.

          Bei Frings geht es darum, dass sich die Rollen verändert haben. Dass die jungen Spieler zu schnell nach oben kommen. Er sagt: „Wenn ich als Junger zu einem alten Hasen gesagt hätte, wo er den Ball hinspielen soll, hätte ich in der nächsten halben Stunde extrem auf meine Knochen aufpassen müssen.“ Gibt es so etwas heute noch?

          Zum Glück kaum noch. Dieses Machtgehabe, nur weil man älter ist, hat für mich schon immer etwas von Kindergarten gehabt. Deswegen finde ich es gut, wie es geworden ist: dass man sich Autorität verdienen und erarbeiten kann und nicht allein deshalb hat, weil man ein paar Jahre älter ist.

          Wie ist das in Dortmund?

          Das verwächst sich immer mehr zu einer – wie man so schön sagt – flachen Hierarchie. Wir gehen alle sehr gut miteinander um, sind alle Freunde, da gibt es keinen Grund, warum der eine dem anderen etwas befehlen sollte. Alle, die spielen, haben den gleichen Stellenwert untereinander. Und jeder sagt seine Meinung, wenn sie sinnvoll ist.

          Aber ganz ohne Konflikte wird es ja nicht gehen.

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