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Fußball-Kommentar : Es geht nur noch ums Geld

Geldscheine liegen im Fußball zwar nicht auf dem Rasen, spielen aber doch irgendwie mit. Bild: Picture-Alliance

Nun kaufen auch die Chinesen im Fußball ganz teuer ein. Überrascht es da noch jemanden, dass den Handballspielern gerade die Herzen zufliegen, die nicht einmal eine Prämie für den EM-Titel ausgehandelt haben? Ein Kommentar.

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          Es geht nur noch um Geld, um mehr Geld, um noch mehr Geld, um so viel Geld wie nur möglich. Seit die Vereine der englischen Premier League den Fernsehvertrag abgeschlossen haben, der ihnen von 2016 bis 2019 insgesamt 9,5 Milliarden Euro einbringen wird, ist die gesamte Fußballbranche in Bewegung.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Denn nicht nur auf der Britischen Insel können sich die Vereine wie Neureiche im Kaufrausch vermeintlich alles leisten, worauf sie gerade Lust haben - plötzlich ist für die Premier League mit den chinesischen Fußballklubs ein hartnäckiger Widersacher aufgetaucht, der auch mit Geld nur so um sich wirft. Seit sich Chinas Staatschef Xi Jinping als Fußballfan geoutet und wie einst John F. Kennedy eine Vision als großes Ziel ausgegeben hat, gibt es auch dort kein Halten mehr.

          Kennedy versprach einst die Mondlandung - der letzte der drei Wünsche von Xi Jinping ist vielleicht noch ambitionierter. China soll eine echte Fußballmacht werden, China soll eine WM ausrichten (das dürfte nach allem, was man in den vergangenen Monaten über den Fußball erfahren hat, das kleinste Problem sein), und China soll Fußball-Weltmeister werden.

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          Wer sich darüber amüsiert, dem könnte das Lachen noch vergehen. Vom Spiel selbst ist schon jetzt kaum noch die Rede, wenn über Fußball gesprochen wird. Die europäischen Spitzenvereine haben längst die Idee einer Superliga lanciert, mit der dank der besseren Vermarktung noch mehr Erlöse erzielt werden könnten.

          Natürlich soll diese Superliga nach Möglichkeit global spielen, also immer dort, wo sich gerade das meiste Geld verdienen lässt. Und während der deutsche Sport um jeden Euro für die Spitzenförderung seiner Athleten quasi betteln muss, will der Deutsche Fußball-Bund nebenbei für rund 100 Millionen Euro eine Nachwuchsakademie in Frankfurt bauen, vermeldet die Deutsche Fußball Liga stolz, dass die 18 Vereine der Bundesliga in der vergangenen Saison ihren Umsatz abermals steigern und mit 2,62 Milliarden Euro den elften Rekord nacheinander erzielen konnten.

          Das soll so bleiben - denn 650 Millionen Euro aus dem Fernsehvertrag klingen ja wie Almosen. Eine Milliarde Euro plus x hat Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandschef der Münchner Bayern, als künftiges Ziel ausgegeben, eine Einzelvermarktung der Bayern ins Gespräch gebracht und die Zweitligaklubs gewarnt, nicht zu gierig zu werden. Und bei all diesen völlig irrsinnigen Summen - überrascht es noch jemanden, dass den Handballspielern gerade die Herzen zufliegen, die nicht einmal eine Prämie für den EM-Titel ausgehandelt hatten?

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