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DFB-Pokal : In Jena hilft dem HSV kein Relegationsdusel

  • Aktualisiert am

Schimpf und Schande: Hamburgs Sven Schipplock (l.) wird von Jenas Torwart Raphael Koczor und Verteidiger Justin Gerlach mit Häme bedacht Bild: dpa

Der nächste Fehlstart: Ein Regionalligaklub ist nach 120 Minuten zu stark für den Bundesliga-Dino. Der HSV scheitert im DFB-Pokal in der ersten Runde bei Carl Zeiss Jena.

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          Das Glück des HSV ist aufbegraucht: 69 Tage nach der glücklichen Bundesliga-Rettung in der Relagation gegen den Karlsruher SC ist der Hamburger SV sensationell in der 1. DFB-Pokalrunde gescheitert. Die Hamburger zogen am Sonntag beim Fußball-Regionalligaklub FC Carl Zeiss Jena mit 2:3 (2:2, 0:1) nach Verlängerung den Kürzeren und gehen so mit einem ernüchternden Negativerlebnis in den Liga-Start am kommenden Freitag beim FC Bayern München. Die Thüringer träumen derweil von einem Durchmarsch wie in der Saison 2007/2008, als sie erst im Halbfinale mit 0:3 gegen Borussia Dortmund ausschieden.

          Vor 13.800 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Abbe-Sportfeld sorgten Justin Gerlach (15.), Velimir Jovanovic (58.) und Johannes Pieles (106.) für die große Überraschung, die sich der Viertligist nicht nur aufgrund einer Fehlentscheidung von Referee Frank Willenborg (Osnabrück) verdiente. Denn beim zwischenzeitlichen Ausgleich durch Ivica Olic (48.) hatte der Unparteiische ein Toraus des Balls übersehen, ehe Michael Gregoritsch in der vierten Minute der Nachspielzeit den HSV in die Verlängerung rettete.

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          Nach der dramatischen Relegation, die am 1. Juni auch erst in der Verlängerung mit dem 2:1-Rückspielsieg gegen den Karlsruher SC glücklich für den Bundesliga-Dino endete, wollen die Hanseaten in dieser Saison möglichst Ruhe haben. Nun sind sie schon in der ersten Pokalrunde gescheitert. Denn der Favorit, bei dem Kapitän Johan Djourou nach dem Aufwärmen kurzfristig wegen muskulärer Probleme ausfiel, lief schnell einem Rückstand hinterher.

          Respektlose Jenaer

          Die Gastgeber zeigten, wie von Coach Volkan Uluc angekündigt, keinen Respekt. Das wurde belohnt: Gerlach zog mit einem direkten Freistoß aus rund 30 Metern ab, und der Ball prallte vom rechten Innenpfosten ins Tor. HSV-Trainer Bruno Labbadia hatte ein 4:3:3-System aufgestellt, in dem auch die Neuzugänge Emir Spahic, Gotoku Sakai und Albin Ekdal gegen den Underdog schnell für klare Verhältnisse sorgen sollten.

          Doch der HSV kam mit dem Kampfgeist und der hohen Laufbereitschaft des diszipliniert spielenden Gegners nicht zurecht. So sprang für den Bundesligisten in der ersten Hälfte lediglich eine Torchance heraus. Nach der Pause zogen die Gäste den Nutzen aus einer Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns. Eine Hereingabe von Ivo Ilicevic war bereits im Tor-Aus, was aber ungeahndet blieb. Olic schaltete am schnellsten und zirkelte das Leder ins Tor. Die wütenden Reklamationen der Thüringer blieben ohne Erfolg.

          Statt in Schockstarre zu verfallen, setzten die kämpfenden Jenaer den HSV weiter unter Druck. Einen Gegenzug verwandelte Jovanovic zur erneuten Führung. FC-Keeper Raphael Koczor schien mit zwei Glanzparaden (85. und 93. Minute) die Sensation perfekt gemacht zu haben. Aber Gregoritsch sorgte direkt vor dem Abpfiff für die Zusatzschicht. Dieses Mal hatte der HSV das Glück jedoch nicht auf seiner Seite, denn Pieles köpfte den Viertligisten nicht unverdient in die 2. Runde.

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