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Jugendfußball : Amerikaner verbieten Kopfbälle

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Im Frauenfußball auch in Amerika noch erlaubt, bei Kindern künftig verboten: Ein Kopfballduell zwischen der Amerikanerin Morgan Brian (r.) und der Brasilianerin Formiga Bild: AP

Im amerikanischen Jugendfußball wird der Kopfball ganz oder teilweise verboten. Die Regeleinschränkung ist Folge von Klagen amerikanischer Eltern. Sie wurden von der Sorge um Folgen von Gehirnerschütterungen geleitet.

          Als erster großer Fußballverband hat der amerikanische Fußballverband US Soccer Federation Regeländerungen beschlossen, die den medizinischen Erkenntnissen über Langzeitgefahren des Kopfballspiels Rechnung tragen. Die neuen Bestimmungen gelten für Kinder und Jugendliche und verlangen, dass Fußballspieler unter zehn Jahren den Ball gar nicht mit dem Kopf spielen und zwischen elf und dreizehn auf keinen Fall im Training.

          Zusätzlich wird die Auswechselregel modifiziert, damit eine Mannschaft nicht darunter leidet, wenn jemand wegen des Verdachts auf Gehirnerschütterung vom Platz genommen wird. Sollte sich die Maßnahme nach einer intensiven Begutachtung als grundlos herausstellen, kann der Spieler zurückkehren. Das Team darf zwischendurch einen Ersatz einwechseln, der dann wieder auf die Bank muss.

          Die Regeländerungen sind das direkte Ergebnis einer Sammelklage besorgter amerikanischer Eltern. Zwar hatte das angerufene Gericht in Kalifornien in einem ersten Verfahrensgang im Juli den Vorstoß aus formaljuristischen Gründen abgelehnt. Doch offensichtlich sah es der Verband als geboten an, etwaigen Schadenersatzforderungen zuvorzukommen. Zumal immer mehr Studien Erkenntnisse über das Risiko gesundheitlicher Langzeitschäden als Folge von Gehirnerschütterungen zutage fördern.

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          Die sind für junge, körperlich noch nicht voll entwickelte und spieltechnisch nicht hinreichend ausgebildete Fußballer besonders groß. Statistiken zeigen zudem eine auffällige Problematik. Die Quote der Gehirnerschütterungen unter den Millionen von Fußball spielenden Mädchen und Frauen in Nordamerika ist doppelt so hoch wie bei Jungen und Männern. Die Zahlen gehen amerikaweit jedes Jahr in die Zehntausende. Das Risiko von Gehirnerschütterungen betrifft nicht nur den Fußball, sondern in starken Maße American Football, das Ringen – und auch die überwiegend weiblichen Cheerleader. Weshalb fast alle Bundesstaaten seit 2009 Gesetze erlassen haben, die von Verantwortlichen im Jugendsport besondere Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit Aktiven verlangen.

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