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Nationalspieler Ilkay Gündogan : „Vorbildfunktion – das erwartet man natürlich auch von Funktionären“

So gut, dass jetzt, wenn irgendwo ein neuer Xavi oder Pirlo gesucht wird, schon mal an Ilkay Gündogan aus Dortmund gedacht wird.

Ja? Wenn das so ist, nehme ich das definitiv als Kompliment auf (lacht).

Aktuell soll Juventus Turin wieder an Ihnen interessiert sein. Hat Sami Khedira Sie hier schon bearbeitet?

Nein.

Würde Auslandserfahrung Sie generell reizen?

Irgendwann einmal, ja. Man muss aber immer auch den perfekten Moment für sich finden. Aktuell bin ich sehr glücklich beim BVB.

Ist es auch deshalb eine besonders wichtige Saison für Dortmund? Spieler wie Marco Reus, Mats Hummels oder Sie werden ja nicht jedes Jahr donnerstags gegen Qäbälä spielen wollen.

Nein, das will ich nicht, um ehrlich zu sein. Dafür ist der Reiz Champions League einfach viel zu groß. So wie es momentan aussieht, werden wir es aber packen und in einem Jahr wieder die Champions-League-Hymne bei uns im Stadion hören.

Mit Ihnen?

Wenn man ehrlich ist, gibt es dafür nie Garantien. Aber ich habe noch einen laufenden Vertrag - und wie gesagt: Ich fühle mich jetzt wohl beim BVB.

An diesem Freitag (21 Uhr/ live in ARD und F.A.Z.-Liveticker) spielen Sie mit der Nationalmannschaft gegen Frankreich. Haben Sie noch besondere Erinnerungen an das letzte Spiel in Paris, im Februar 2013?

Ja, habe ich. Das war eins meiner besten Spiele im Nationaltrikot, vielleicht sogar das beste. Die Atmosphäre war phantastisch, wir haben gewonnen, 2:1, eine tolle Erfahrung. Es wäre schön, wenn wir das wiederholen könnten.

Toni Kroos und Mesut Özil sind diesmal nicht dabei, da werden Sie Ihren Platz sicher haben. Bei der Europameisterschaft wird aber ein ganz schönes Gedränge im Zentrum herrschen.

Natürlich haben wir im Mittelfeld und im Angriff eine Top-Besetzung. Aber ich sehe mich da schon als Kandidat, ganz klar. Ich weiß, dass das nicht von allein kommt, aber ich habe mein Spiel entwickelt. In Dortmund versuche ich, eine immer wichtigere Rolle einzunehmen, das überträgt sich auf die Nationalmannschaft. Ich hoffe, dass ich es schaffe, bis zur EM noch besser in Form zu kommen, am besten in die allerbeste Form, die ich jemals hatte.

Europa League gegen Qäbalä: „So wie es aussieht, werden wir wieder die Champions-League-Hymne bei uns im Stadion hören“

Die WM haben Sie wegen Ihrer langwierigen Rückenprobleme verpasst. Jetzt wollen Sie nicht nur dabei sein, sondern vorangehen?

Definitiv. Ich bin hochmotiviert, gerade nachdem ich in Brasilien nicht dabei war.

Was können Sie dem deutschen Spiel geben? Ein bisschen Zielstrebigkeit, ein bisschen mehr Klarheit wäre ja vielleicht nicht schlecht. Fühlen Sie sich zuständig?

Das sollen andere beurteilen. Ich spreche mit dem Bundestrainer ab, was er von mir verlangt, er kennt meine Stärken. Ich versuche, das Spiel anzukurbeln, so ähnlich wie auch in Dortmund. Ich glaube schon, dass ich mit meinen Qualitäten hier perfekt reinpasse.

Auf welcher Position wäre es Ihnen am liebsten?

Das Spiel ist mittlerweile so flexibel geworden, gerade bei der Nationalmannschaft, dass man gar nicht so diese festen Positionen auf dem Platz hat. Ob ich nominell als 6er, 8er oder 10er aufgestellt werde, ist mir letztlich egal.

Während Ihrer 14-monatigen Verletzungspause waren aus dem inneren Kreis des BVB Zweifel zu hören, ob Sie überhaupt wiederkommen würden. Hatten Sie die selbst auch?

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