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„Ikone einer Schwulenbewegung“ : Hitzlsperger wehrt sich gegen Vereinnahmung

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„Jeder Heranwachsende sollte die Unterstützung erhalten, die er benötigt, um sich seiner eigenen sexuellen Orientierung gewiss zu werden“: Thomas Hitzlsperger Bild: dpa

Nach seinem Coming-out will Thomas Hitzlsperger nicht zur „Ikone einer Schwulenbewegung im Sport“ werden. Behauptungen, er habe den Zeitpunkt bewusst vor Olympia in Sotschi gewählt, weist er in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zurück.

          Thomas Hitzlsperger will „nicht zur Ikone einer Schwulenbewegung im Sport werden. Ich nehme diese Rolle nicht an. Eine Vereinnahmung und Instrumentalisierung durch Leute, die damit ein Eigeninteresse verfolgen, werden mit mir nicht möglich sein“, sagte der ehemalige Fußballprofi, der sich in dieser Woche zu seiner Homosexualität bekannt hatte, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

          Zur Diskussion in Baden-Württemberg über das Thema Homosexualität im Schulunterricht sagte Hitzlsperger: „Jeder Heranwachsende sollte die Unterstützung erhalten, die er benötigt, um sich seiner eigenen sexuellen Orientierung gewiss zu werden.“ Behauptungen, er habe den Zeitpunkt seines Coming-outs bewusst vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi gewählt, wies Hitzlsperger zurück: „Da bin ich scheinbar von einigen Medien missverstanden worden.“

          Hitzlsperger hatte sich in der vergangenen Woche in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ als erster bekannter deutscher Fußballspieler zu seiner Homosexualität bekannt. Im Sommer hatte er allerdings seine Karriere beendet. Hitzlsperger hofft, dass im Fußball jetzt „offener über Homosexualität gesprochen und das Thema nicht mehr so stark tabuiesiert“ wird.

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