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Hugo Almeida : Der etwas andere Portugiese

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Die WM als Schaulaufen: Hugo Almeida will mit Portugal ins Viertelfinale Bild: AFP

Hugo Almeida ist ein Kuriosum in der portugiesischen Nationalmannschaft. Der Stürmer von Werder Bremen ist so gar nicht der leichtfüßige Dribbler wie die Teamkollegen. Genau das könnte ihm zum Platz in der Startelf gegen Spanien (20.30 Uhr) verhelfen.

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          Diesen Tag wird Hugo Almeida nicht vergessen. Gegen den VfB Stuttgart in der Saison 2007/2008 gelang dem bulligen portugiesischen Angreifer von Werder Bremen innerhalb von nur 50 Sekunden der schnellste „Doppelpack“ der Bundesliga-Geschichte. Dass er überhaupt in der Startelf stand, hatte der 1,91 Meter große Angreifer damals dem Formtief seines Bremer Sturmkollegen Markus Rosenberg zu verdanken. Denn Almeida ist kein Mann für die erste Reihe. Das musste der 26 Jahre alte Profi bereits bei seiner ersten Profistation beim FC Porto erleben, wo man ihn von 2002 bis 2006 gleich viermal verlieh. Als ihn Thomas Schaaf nach Bremen holte, sollte er dem Bremer Angriffsspiel eine neue Note geben. Schaaf sah in seiner Neuverpflichtung einen echten „Rammbock“, der, da groß, kräftig und überaus kopfballstark, im Falle des Falles das gegnerische Abwehrbollwerk als Einwechselspieler durchbrechen konnte.

          Luiz Felipe Scolari, Portugals Nationaltrainer bei der Europameisterschaft 2008, hatte wohl denselben Gedanken. Er nominierte Almeida für das Turnier in Österreich und der Schweiz, weil der gesamte portugiesische Kader um Cristiano Ronaldo seit Jahren keinen derartigen Spielertyp aufwies. Mit Simão, Hélder Postiga und Altstar Nuno Gomes konnte er zwar auf dribbelstarke, technisch versierte Angreifer zurückgreifen, doch einen großgewachsenen, dynamischen Stoßstürmer hatte er vor Almeida nicht.

          Scolaris Nachfolger bei der Seleção, Carlos Queiroz, setzt bei der Weltmeisterschaft in Südafrika ebenfalls auf Almeida als Ergänzungsspieler. Nachdem das Auftaktspiel gegen die Elfenbeinküste aufgrund von mangelnder Durchschlagskraft im Angriff torlos blieb, entschied sich Queiroz, den kantigen Bremer neben Ronaldo und Simão als Sturmspitze aufzustellen. Und Almeida tat das, was sich sein Trainer von ihm versprach - nach Flanke Coentrao köpfte er das zwischenzeitliche 3:0 gegen Nordkorea.

          Hugo Almeida köpft sein WM-Tor

          Almeida als Cacau

          Hugo Almeida ist der Cacau der portugiesischen Mannschaft im Gewand eines Mario Gomez. Wenn das Offensivspiel der Selecção festgefahren ist und jemand gebraucht wird, der mit seiner Dynamik die bereits müde gespielten gegnerischen Verteidiger in Bedrängnis bringt, ist der Bremer Angreifer die erste Wahl. Dass er bei den Portugiesen ebenso wie bei Werder Bremen keine Ansprüche auf einen Stammplatz stellt und immer alles gibt, wenn er ins Spiel kommt, ist eine weitere Parallele zum Stuttgarter Cacau.

          Da Almeida dann und wann auch für ein Weitschuss- oder Kopfballtor gut ist, könnte er an diesem Dienstag im Achtelfinale gegen abwehrstarke Spanier wieder zum Einsatz kommen. Vor der WM im Testspiel gegen Moçambique hatte der Bremer seine Abschlussstärke bereits unter Beweis gestellt und gleich doppelt getroffen. Diesmal brauchte er dafür neun Minuten.

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