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HSV in Not : Die Rechnung stimmt nicht

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HSV-Mäzen Kühne: „Ich sehe viele andere in der Pflicht.“ Bild: dpa

Diesmal steigt der Hamburger SV wohl wirklich ab. Doch Mäzen Kühne will keine Finanz-Zusage für die 2. Liga geben. Er nimmt den Senat der Stadt in die Pflicht. Der Bürgermeister kontert.

          Neben dem sportlichen Untergang drohen dem Hamburger SV nun auch finanzielle Schwierigkeiten. Mäzen und Anteilseigner Klaus-Michael Kühne droht, seine finanzielle Unterstützung für den Verein einzustellen. Sollte der HSV in die 2. Fußball-Bundesliga absteigen, was nach dem aktuellen Stand der Tabelle sehr wahrscheinlich ist, könne er keine Zusage für weitere Mittel geben, sagte er an diesem Dienstag auf einer Veranstaltung des Springer-Verlags. Kühne hält 20,57 Prozent der Anteile und ist damit größter Einzelinvestor der HSV-Fußball-AG. „Sein“ Verein liegt vier Spieltage vor Saisonende auf dem 17. Platz der Bundesligatabelle – mit acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz.

          „Gezahlt wird erst, wenn die Rechnung stimmt, und im Augenblick stimmt sie noch nicht“, sagte Kühne. „Ich sehe viele andere in der Pflicht.“ Er wünsche sich, dass etwa der Senat der Stadt dem Traditionsverein mehr Gunst und Förderung zukommen lässt. „Ich glaube, dass würde mich wieder motivieren, auch weiter mitzumachen“, ergänzte er.

          Hamburgs neuer Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) konterte daraufhin, und erklärte, dass die Stadt nicht untätig gewesen sei: „Die Leute beim HSV wissen auch, dass wir als Stadt nicht unengagiert sind. Aber die Tore schießen können wir halt nicht.“

          Kühne bezeichnet sich weiterhin als großer Fan des Vereins. Doch da er so lange habe leiden müssen, müsse er sich nun genau überlegen, ob er weitermache, so der 80-Jährige: „Ich beobachte das genau“. Der Milliardär ist Enkel des Unternehmens-Mitbegründers August Kühne und Mehrheitseigner des Spedition Kühne+Nagel. Seit 1975 wohnt Kühne am Zürichsee in der Schweiz.

          Er hatte in der Vergangenheit dem Hamburger SV immer wieder mit Krediten und Zuwendungen geholfen. HSV-Aufsichtsratschef Bernd Hoffmann zeigt sich optimistisch, auch für die kommende Saison eine Lizenz zu bekommen, egal für welche der beiden Ligen. Dafür braucht er allerdings Kühne, mit dem er bereits vor Wochen Kontakt aufgenommen hat. „Es gibt ein Signal, dass Herr Kühne uns weiter positiv begleitet“, sagte er damals.

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