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Hooligans demonstrieren : Teufel gegen Beelzebub

  • -Aktualisiert am

Fußball-Hooligans schließen sich zusammen: Ihre Aggressionen gelten zunehmend islamistischen Extremisten Bild: dpa

Rechtsextreme Fußball-Hooligans haben sich zu einer Kampfgemeinschaft gegen Salafisten zusammengeschlossen. An diesem Sonntag findet in Köln eine schwer bewachte Demo statt.

          Auf der Anreise zum Bundesligagipfel am Sonntag nach Mönchengladbach bekommen die Anhänger von Bayern München die einmalige Gelegenheit, sich klar zu positionieren: entweder gegen den wachsenden Einfluss des Islam in Deutschland oder gegen rechtsmotivierte Hooligans, die sich genau dagegen wenden. Dafür müssten die Bayern-Fans mit dem Zug anreisen, und in Köln trotz eines massiven Polizeiaufgebots rund um den Hauptbahnhof eine Pause einlegen. Auf dessen Rückseite nämlich, auf dem Breslauer Platz, wird die neu gegründete Initiative „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) demonstrieren. Während vorne, auf der Domplatte, antifaschistische Gruppen und der Kölner Stadtverband der „Linken“ gegen die rechtsmotivierten Hooligans antreten.

          Unter ihrem öffentlichkeitswirksamen Slogan „HoGeSa“ sammelt sich seit einigen Monaten eine wachsende Allianz von Fans aus dem gewaltgeneigten Lager. Offiziell wollen diese nun gegen den „IS-Terror“ protestieren. Fanforscher wie Robert Claus von der Universität Hannover, der seit einiger Zeit den Verein Borussia Dortmund bei seinen Bemühungen berät, sein Problem mit rechtsmotivierten Anhängern in den Griff zu bekommen, sagt aber, dass „diese Hooligans ihren Rassismus jetzt bloß hinter der Kritik an den Salafisten verstecken“. Dazu gehören die Hooligans der rechtsextremen Borussenfront, deren Mitglieder schon seit 30 Jahren gegen Muslims agieren, solche von der in Feindschaft verbundenen Gelsenszene, der Standarte Bremen und zahlreichen anderen Gruppen illustren Namens, die sich nach Ansicht von Fanforschern zu einer „temporären Kampfgemeinschaft“ zusammengefunden haben.

          Sammelbecken für rechtsextreme Desperados

          Ein Schalke-Hooligan aus dem HoGeSa-Netzwerk verbreitet ähnlich demagogisch wie islamistische Hassprediger seit einigen Wochen seine Videobotschaften über das Internet: „Überall hier machen die sich breit. Überall hier wird es Terroranschläge geben, Verstümmelungen, Köpfeabschneiden und den ganzen Kram“, heißt es dort, um zu folgern: „Lasst uns das Land wieder befreien von dem ganzen Terror.“ Im Netz entlädt sich eine islamfeindliche und rassistische Dynamik, die bereits europaweit Kreise zieht.

          Seit dem vergangenen Jahr schon schmieden rechtsmotivierte Hooligans, vor allem aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, im Verborgenen diese Allianz. Virtuell, über ein verdecktes Internetforum. Unter dem Motto „Deutsche, die sich was trauen“ entwickelte sich die islamfeindliche Hetze und die Wut auf in Deutschland lebende radikale Islamisten und Salafisten zu dem Entschluss, gemeinsam zu handeln. Das Forum wurde gehackt und flog noch vor der Fußball-Weltmeisterschaft auf. Seither bringen die Hooligans ihren Protest auf die Straße. Bislang noch mäßig organisiert und ohne erkennbaren Plan, in Essen, Mannheim, Dortmund und Frankfurt.

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