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Niederlage gegen DFB-Team : „Holland kriegt eins auf die Nase“

  • Aktualisiert am

Die Laune bei den Niederländern ist alles andere als gut. Bild: Reuters

Die Niederländer lassen sich von Deutschland überrumpeln, kämpfen sich zurück – und verlieren in letzter Minute. Die Laune in der „Elftal“ ist schlecht. Und dann ist da noch ein Missgeschick des Trainers.

          Immerhin war der blaue Mantel lang genug. Das war für Ronald Koeman noch die beste Nachricht an einem arg gebrauchten Abend, an dem sogar in den guten Momenten alles schief gelaufen war. Beim (allzu gewagten) Jubelsprung nach dem 2:2 war dem Coach der niederländischen Nationalmannschaft die feine Anzughose gerissen – die Niederlage gegen die deutschen Erzrivalen erklärte er daher im grauen Trainingsanzug. Der passte auch besser zu seiner miesen Laune.

          „Holland kriegt eins auf die Nase“, stand im „Algemeen Dagblad“, und Koeman hielt nach diesem Schlag ins Gesicht, diesem 2:3 (0:2), auch die andere Wange hin. „Es war mein Fehler. Ich wollte einen Punkt sichern – habe es aber nicht getan“, sagte er. Es war die unerfüllte Hoffnung, dass am Ende doch noch irgendwie der Ball zum Sieg ins Tor fliegen würde. „Du fühlst, dass es möglich ist“, berichtete Koeman. Stattdessen flog aus dem Nichts ein krachender rechter Haken heran: Der Knockout durch Nico Schulz in letzter Minute.

          Als die muntere Blaskapelle verstummt und die Amsterdam Arena verwaist war, blieb die Frage, ob die Niederlande sich nicht schon zu sehr in den Stand eines Weltklasseteams geredet hatten. Möglicherweise waren das 3:0 gegen Deutschland vor fünf Monaten und der folgende Sieg über den Weltmeister Frankreich (2:0) trügerisch. „Der Jubel war zu angeschwollen, mit etwas Bombast, nach dem so schönen Jahr 2018 und dann doch nicht mehr als einem Spielchen gegen das unbedeutende Weißrussland“, schrieb die Zeitung „Trouw“. Nach dem 4:0 am Donnerstag hatte Koeman Überheblichkeit und Hackenspielerei moniert.

          Diesmal ließ er es in der Pause krachen. Seine Mannschaft hatte lasch gespielt, mutlos, läppisch. Oranje sei zwar „eine herrliche Kampfmaschine mit Männern, die miteinander lachen, weinen und kämpfen“, schrieb „De Volkskrant“: „Auf dem Weg zurück an die Spitze hat es aber in der ersten Halbzeit eine Lehrstunde in Bewegungsfußball erhalten.“

          Das änderte sich nach Koemans lautstarker Ansprache, fortan war Holland der Lehrmeister. Darauf war der Bondscoach stolz. „Wir haben dann gewaltig gut gespielt“, betonte Koeman, „wir hätten einen Punkt verdient gehabt.“ Hätte er kurz vor dem Abpfiff die Einwechslung von Nathan Ake durchgezogen, die mit seinen Assistenten bereits besprochen war, hätte es womöglich gereicht.

          Interessanterweise waren es zuvor eiserne Stützen gewesen, die nachgegeben hatten. „Wir haben gut gespielt, aber eine Halbzeit zu spät“, sagte der international begehrte Mathijs de Ligt, der vor dem 0:1 durch Leroy Sane (15.) folgenschwer ausgerutscht war. Virgil van Dijk, zögerlich und körperlos vor dem 0:2 (34.) durch Serge Gnabry, sieht „noch einen langen Weg“.

          Die Qualifikationschance ist allerdings weiterhin bestens. Die ersten beiden Mannschaften jeder Gruppe fahren zur EM 2020, das sollte angesichts der weiteren Gegner Estland und Nordirland Formsache sein. Zudem gibt es ja noch ein Rückspiel in Deutschland, in dem die Niederländer beweisen können, dass sie wieder ein Schwergewicht sind. Ronald Koeman ist keines, das war ihm ganz wichtig. Der Riss in seiner Hose sei keineswegs auf das eine oder andere Kilo zu viel zurückzuführen, behauptete er: „Der Anzug passt. Es war meine Bewegung.“

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