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Hoeneß, Heldt und der Boulevard : Immer wieder Pingpong

  • -Aktualisiert am

Anbagger-Objekt Podolski: Revier abgesteckt Bild: ddp

Kaum hat das neue Jahr begonnen, geht das alte Pingpong-Spiel von neuem los. Im Fußball, wohlgemerkt, wo jeder unbedachte Halbsatz eine größere Reaktion zur Folge hat, wo Nichtigkeiten zu Wichtigkeiten aufgeblasen werden.

          Kaum hat das neue Jahr begonnen, geht das alte Pingpong-Spiel von neuem los. Im Fußball, wohlgemerkt, wo jeder unbedachte Halbsatz, jeder kleine Vorwurf eine größere Reaktion zur Folge hat, wo Nichtigkeiten zu Wichtigkeiten aufgeblasen werden, wo der Boulevard auf Miniausrutscher auch im spielfreien Winter nur wartet, um das Geschäft der öffentlichen und veröffentlichten Rede und Gegenrede in Gang zu halten.

          Uli Hoeneß, der zuletzt kaum eine Gelegenheit ausgelassen hat, sich zumindest angreifbar zu machen, attackierte bei der ersten Pressekonferenz des FC Bayern München anno 2008 dessen Stuttgarter Kollegen Horst Heldt. Es gehe nicht an, „einen Profi anzubaggern, der bei einem anderen Verein noch zweieinhalb Jahre unter Vertrag steht“.

          Unnötige Hahnenkämpfe unter Fußballprofis

          Doch vom Baggern kann dieser Tage, rein sportlich gesehen, nur bei den olympischen Volleyball-Qualifikationsturnieren die Rede sein. Lukas Podolski, um den es sich bei Hoeneß' verhaltener Kritik an seinem Stuttgarter Managerkollegen Heldt handelt, sei überhaupt nicht kontaktiert worden, retournierte Heldt den Schmetterball des Münchner Zampanos. Mit dem bei Bayern nicht glücklicher gewordenen Nationalspieler werde sich der VfB nur befassen, „wenn er auf dem Markt sein sollte“. Also in zweieinhalb Jahren? Vielleicht aber auch schon früher.

          Beim Duell der Worte zwischen Hoeneß und dem Manager-Aufsteiger, der eigentlich ein großer Bewunderer des Münchner Machers ist, ging es nicht ums Konkrete, sondern nur ums Grundsätzliche. Die beiden haben ihre Reviere prophylaktisch abgesteckt - wobei Hoeneß immer wieder damit überrascht, wie rasch er auch Münchner Anwerbungsofferten gegenüber Spielern (zum Beispiel Miroslav Klose, vormals Werder Bremen) oder Trainern (zum Beispiel Felix Magath, vormals VfB Stuttgart) anderer Klubs vergisst. Es sei ihm unbenommen - der Mann weiß, warum.

          Schön wäre es, es gäbe in Zukunft weniger unnötige Hahnenkämpfe unter Fußballprofis, die zum eigenen Nutzen keine Revierängste kennen dürfen. Das alte Rhetorikspielchen funktioniert zu durchschaubar, um auch im neuen Jahr spannend oder gar unterhaltsam anzumuten. Kleiner Tipp am Rande: Einfach mal stillzuhalten kann mehr wert sein, als dauernd machohaft auf die Vereinstrommel zu hauen.

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