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Historische Heimniederlage : AS Rom unter Schock

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Trainer Garcia: „Wir werden daraus lernen und dann war auch diese Partie für etwas gut“ Bild: AP

„Was für ein Zusammenbruch“ - Schock und Fassungslosigkeit herrschen beim AS Rom nach dem 1:7 gegen den FC Bayern. Die Spieler schleichen enttäuscht davon, Trainer Garcia gibt sich selbstkritisch.

          Kleinlaut nahm Rudi Garcia alle Schuld auf sich. Der Trainer des AS Rom war nach dem katastrophalen 1:7 seiner Mannschaft gegen den FC Bayern München bedient. „Wir haben Bayern spielen lassen, das ist nicht die Schuld der Spieler, sondern der Taktik, ich bin der Erste, der heute Abend Fehler gemacht hat“, gab der Franzose zu. Nüchtern und sachlich analysierte er danach die Fehler seines Teams in der Vorrundenpartie der Champions League: „Wir haben nur zugeschaut, anstatt selbst am Spiel teilzunehmen“, klagte der Coach.

          Die erhoffte Revanche nach dem 1:6 mit dem OSC Lille gegen die Bayern 2012 blieb für Garcia aus - stattdessen folgte eine weitere fußballerische Demütigung. Die „Gazzetta dello Sport“ kritisierte: „Der Trainer tut nichts, um die Deutschen aufzuhalten: Kein Wechsel, keine taktische Umstellung.“ Garcia gab zu: „Man konnte eine Niederlage erwarten, aber nicht so. Das ist eine Backpfeife, die wehtut.“

          „Ein Stich ins Herz“

          Der Schock beim italienischen Vize-Meister saß nach der höchsten Heimniederlage seiner Champions-League-Geschichte tief. „Die Stadt und wir haben dieses Spiel seit langem erwartet, es ist ein Stich ins Herz, für uns und die Fans“, gab Mittelfeldspieler Daniele De Rossi zu. Vor allem die Art und Weise der deutlichen Pleite tat den Römern weh: Nach dem 0:1 durch Arjen Robben (9. Minute) zerfiel die Mannschaft in ihre Einzelteile, spielte defensiv erschreckend schwach. „Das war nicht das wahre Rom, ich kann nicht erklären, was passiert ist“, meinte der Bosnier Miralem Pjanic fassungslos.

          Fast schon bescheidene Sieger: Rafinha (l.) und Lahm

          Nur Gervinho, Torschütze des einzigen Treffers für Rom, überzeugte. Kapitän Francesco Totti, vor dem Anpfiff noch euphorisch gefeiert, enttäuschte komplett und wurde zur Pause ausgewechselt. Die Abwehr um den Griechen Kostas Manolas und den früheren Chelsea-Profi Ashley Cole präsentierte sich nicht königsklassenreif. „Fußball-Lektion für Rom, der Professor ist Robben. Historischer K.o.“, titelte die „Gazzetta dello Sport“. Der „Corriere dello Sport“ meinte: „Roma, was für ein Zusammenbruch! Die Giallorossi kassieren sieben Backpfeifen.“

          Das Selbstvertrauen reichte nicht lange

          Dabei war die Roma mit viel Selbstvertrauen in die Partie gegangen, nach schon sechs Siegen in der Serie A und bislang vier Punkten in der Champions League. „Ich hätte nicht mit so einem Unterschied gerechnet. Wir können das besser und ich denke, dass wir es im Rückspiel auch besser machen werden“, kündigte De Rossi an.

          Etwas Hoffnung machte den Italienern auch das Remis zwischen den beiden weiteren Gruppengegnern ZSKA Moskau und Manchester City. Rom liegt damit weiter mit vier Punkten auf Platz zwei in der Gruppe E hinter den Bayern und kann noch auf das Achtelfinale hoffen. „Das Wichtigste ist es, jetzt wieder aufzustehen“, forderte Garcia. „Wir werden daraus lernen und dann war auch diese Partie für etwas gut.“

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