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Hertha BSC Berlin : Die Letzten werden weiter kommen

Tor oder kein Tor? Bild: AP

In der Bundesliga abgeschlagenes Schlusslicht - in der Europa League gut genug für die Runde des besten 32: Hertha BSC hat in einem trostlosen Spiel 1:0 gegen Sporting Lissabon gewonnen und damit das internationale Überwintern gesichert.

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          Die Voraussetzungen waren wie gemacht für Hertha BSC Berlin, um die Zwischenrunde der Europa League zu erreichen. Der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga musste gegen Sporting Lissabon im letzten Gruppenspiel kein Tor schießen. Ein 0:0-Unentschieden hätte schon gereicht, um statt des SC Heerenveen als Tabellenzweiter der Gruppe D im Europapokal zu überwintern. Aber die Berliner leisteten im letzten Heimspiel des Jahres sogar noch etwas mehr als nötig. Durch einen Treffer von Gojko Kacar in der 70. Minute blieb die schwache Partie für die Hertha weder torlos noch trostlos.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die Berliner dürfen sich nach ihrem dritten Sieg in der Europa League jetzt sogar zu den besseren Kreisen in Europa zählen, wenn im kommenden Jahr auch die gescheiterten Mannschaften aus der Champions League den Wettbewerb aufwerten. Durch das 1:0 vor knapp 15.000 Zuschauern im eisgekühlten Berliner Olympiastadion werden der klammen Hertha zudem weitere Einnahmen von mindestens einer Million Euro die Suche nach Verstärkungen in der Winterpause erleichtern, was einem zähen Fußballabend auch eine klitzekleine Perspektive für den Abstiegskampf in der Bundesliga verschaffte.

          Keine Mannschaft erspielte eine einzige ernsthafte Torchance

          Wer glaubte, für beide Mannschaften wäre ein 0:0 von vornherein genau das richtige Ergebnis, um das internationale Spieljahr einträglich und ehrenhaft zu beenden, wurde nicht enttäuscht. In der ersten Halbzeit erspielte sich keine Mannschaft eine einzige ernsthafte Torchance. Aber immerhin entstand in manchen Szenen der Eindruck, als wäre es für beide Teams eine Begegnung unter den üblichen Wettbewerbsbedingungen. Tatsächlich aber traf das nur auf die Hertha zu, die sich anfänglich durch Einsatzbereitschaft bemühte, den Portugiesen der Spielfreude zu berauben. Das gelang aber nur bedingt. Der Hertha fehlte die Klasse, um dauerhaften Druck zu entwickeln - andererseits mangelte es den spielerisch weitaus begabteren Portugiesen an der letzten Entschlossenheit, um den ein oder anderen vielversprechend vorgetragenen Angriff auch konsequent abzuschließen.

          Der Ball war drin: Gojko Kacar (u.) feiert mit der Eckfahne

          Und wer sollte bei der Hertha auch ein Tor schießen - außer Ramos? Der 23 Jahre alte Kolumbianer ist der einzige Torschütze der Hertha in den vergangenen acht Bundesligaspielen, immerhin traf der Stürmer dabei vier Mal. Aber in der ersten Halbzeit blieb auch der gut bewachte Ramos unauffällig. Bei Sporting hatte sich herumgesprochen, von wem bei der Hertha mehr als nur ein Hauch Gefährlichkeit ausgehen kann. Auch nach dem Wechsel war von wilder Entschlossenheit im Olympiastadion nichts zu sehen. Sporting, das auf vier Stammspieler verzichtete, spulte sein Pflichtprogramm im deutschen Winter im gedrosselten Tempo zu Ende. Der Hertha, die auf ihren verletzten Kapitän Friedrich und den gesperrten Raffael verzichten musste, war nach der Pause immer stärker anzumerken, dass es ihr vor allem darum ging, das Unentschieden zu sichern.

          Kacar stand nach einer Flanke genau richtig

          Die ohnehin schwach ausgeprägte Angriffsbereitschaft beider Teams ließ noch weiter nach. Torchancen jedenfalls gab es auch in der zweiten Halbzeit lange keine. In der 69. Minute aber kam Ramos wie aus dem Nichts zu einer Gelegenheit, aber Torhüter Patricio konnte den Schuss noch abwehren. Eine Minute später stand Kacar nach einer Flanke dann genau richtig und brachte den Ball aus wenigen Metern irgendwie über die Linie zum überraschenden 1:0.

          Sporting störte das nicht weiter, ernsthafte Bemühungen um den Ausgleich ließen sich nicht erkennen. Von einem versöhnlichen Abschluss dieses extrem turbulenten Fußballjahres ließ sich daher trotz der Europapokal-Versetzung bei Hertha aber trotzdem nicht sprechen. Am Samstag beim FC Bayern München werden die Berliner jedenfalls viel mehr leisten müssen, um nach dem europäischen Zwischenhoch den freien Fall in Richtung Zweite Liga vor der Winterpause wenigstens noch ein bisschen aufzuhalten.

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