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Heinz Müller : Der neue Traumhüter

Auf dem Weg auf die große Fußballbühne: Torwart Heinz Müller Bild: AP

Einst lebte der völlig unbekannte Lars Leese seinen Torwarttraum beim FC Barnsley. Derzeit wiederholt sich Geschichte: Heinz Müller erlebt beim gleichen Klub sein Fußballmärchen. Nun steht er auf den Wunschzetteln von Arsenal und Liverpool.

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          Nein“, sagt Heinz Müller, nein, das Buch habe er nicht gelesen. Weder bevor er im vergangenen August zum FC Barnsley wechselte noch danach. Jetzt ist er Stammtorwart und Führungsspieler des Vereins im Mittelfeld der Championship, der zweiten englischen Liga. „Vielleicht kaufe ich mir das Buch noch, es hört sich ganz interessant an. Aber von Lars Leese redet in Barnsley niemand mehr, das ist alles Geschichte.“

          Müller hat recht, das ist der Name Lars Leese: eine wunderbare Fußballgeschichte über den Traum jedes Fußballspielers, einmal die große Chance zu bekommen. Leese stand vor genau zehn Jahren im Tor von Barnsley, nachdem er wenige Jahre zuvor in der Kreisliga Westerwald bei den Sportfreunden Neitersen gekickt hatte. Von der Kreisliga in die Premier League - damals spielte Barnsley in der höchsten Klasse - und zurück in die deutsche Oberliga -, Leeses Geschichte wurde zum Bestseller, das Buch „Der Traumhüter“ 2004 als erstes ausländisches Werk in England zum „besten Sportbuch des Jahres“ gewählt.

          „Ich habe die Koffer noch nicht gepackt“

          Und doch reden die Engländer nicht mehr von dieser schönen Geschichte. Jetzt reden sie von Heinz Müller. Gerade mal ein halbes Jahr spielt er in Barnsley, da steht er angeblich auf den Wunschzetteln von Arsenal, Liverpool, Aston Villa und Everton. Und in Deutschland hat Felix Magath Interesse am 29 Jahre alten Müller, die Agenturen meldeten schon, womöglich fliege er mit ins Trainingslager des VfL Wolfsburg nach Portugal.

          „So schnell geht es nicht“, sagt Müller, „die Koffer habe ich noch nicht gepackt.“ Aber er will nicht bestreiten, dass sich der Verein bei seinem Berater Rainer Störk gemeldet hat. „Wahnsinn“ nennt Störk das, „was da gerade mit dem Heinz abgeht.“ Denn bis Weihnachten war der gebürtige Frankfurter in Fußball-Deutschland kein Begriff mehr. Genau wie Leese, den nur Insider kannten, als er plötzlich plötzlich einen Sieg gegen den FC Liverpool an der Anfield Road sicherte.

          Ein halbes Jahr Norwegen als Trainingslager

          Als 19 Jahre alter Nachwuchsspieler war Müller in Hannover nicht am Sechsundneunziger-Idol Jörg Sievers vorbeigekommen, später bei Arminia Bielefeld stellte ihn Benno Möhlmann nicht auf, mit dem FC St.Pauli stieg er danach in die Regionalliga ab, und 2003 verletzte er sich als Torwart von Jahn Regensburg. Schambeinentzündung, zehn Monate Pause, „ich war runter von der Bildfläche“, sagt Müller. „Da denkt man dann darüber nach, ob's das war mit dem Fußball.“

          Als er wieder gesund ist, vermittelt ihn Berater Störk in die norwegische Provinz Telemark. Bei Odd Grenland bekommt Müller einen Vertrag bis Ende Dezember 2004, für die zweite Hälfte der norwegischen Saison. „Das sollte ein Trainingslager sein für mich, um das Gefühl für den Sport zurückzubekommen.“ Immerhin, Odd spielt im Uefa-Cup gegen Feyenoord Rotterdam, bei Regensburg hätte Müller das nicht erlebt.

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