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Hansi Flick wird Bundestrainer : Harmonie ist ihm wichtig

Der Wunschkandidat: Hansi Flick (links, hier 2014) wird Nachfolger von Joachim Löw (rechts). Bild: AFP

Weil er die Nationalmannschaft trainieren wollte, hat Hansi Flick sogar dem FC Barcelona und Real Madrid abgesagt. Beim DFB erhofft er sich auch, was er in München vermisst hat.

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          Am Ende seines Abenteuers in München, in dem er in 19 Monaten sieben Titel gewann, hat Hans-Dieter „Hansi“ Flick eine mutige Entscheidung getroffen. Er hat zwei Männern abgesagt, denen man als Fußballtrainer eigentlich nicht absagt: Joan Laporta und Florentino Pérez, den Präsidenten der spanischen Superklubs FC Barcelona und Real Madrid.

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          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

          Sie waren so verzückt von Flick und der Art und Weise, wie schnell und schön der FC Bayern unter seiner Pflege wieder aufgeblüht ist, dass sie ihm nun ihre Mannschaften, in denen sich viele der besten und teuersten Spieler der Welt tummeln, anvertrauen wollten. Der Katalane Laporta, so steht es im Kicker, hat sogar versucht, ihn in einem Videogespräch zu bezirzen. Und obwohl Flick weiß, dass solche Männer meistens nicht ein zweites Mal fragen, hat er ihnen vermutlich höflich wie immer erklärt, dass es auf die Frage nach seiner Zukunft momentan nur eine Antwort gibt. Sie heißt nicht Barcelona und auch nicht Madrid, sondern: Nationalmannschaft.

          Um Kompetenzen gestritten

          Am Dienstagmorgen hat Hansi Flick, 56 Jahre alt, im Hauptquartier des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt einen Vertrag unterschrieben, der ihn zum nächsten Bundestrainer macht. Er übernimmt noch in diesem Sommer die wichtigste Sportmannschaft der Nation und soll sie mindestens zu den nächsten zwei großen Turnieren führen: der Weltmeisterschaft 2022 in Qatar und vor allem der Europameisterschaft 2024 im eigenen Land. „Meine Vorfreude ist riesig“, sagt Flick. Und man übertreibt wohl nicht, wenn man nach 15 Jahren Joachim Löw nun behauptet: Unter den deutschen Fußballfans ist das nicht anders.

          Es gibt mehrere Gründe, warum Flick nun zu der Mannschaft zurückkehrt, in der er als Assistent von Löw erstmals als Trainer in den Fokus der Öffentlichkeit geraten ist, aber einen sollte man besonders hervorheben: Er ist ein Harmoniemensch. Beim DFB, wo er mit Oliver Bierhoff laut eigener Aussage einen „vertrauensvollen Partner“ hat, muss er anders als beim FC Bayern nicht Tag für Tag mit Machtmenschen um seine Kompetenzen streiten.

          Von denen gibt es natürlich auch beim DFB einige. Und wenn Flick dort wirklich etwas verändern will – als Sportdirektor schaffte er das zwischen 2014 und 2017 nicht –, wird er auch bereit sein müssen, nicht ganz so harmonische Diskussionen zu führen. In solchen Debatten hat er nun immerhin einen großen Vorteil: Er ist nun nicht mehr der Hansi, der sich für den Jogi vor der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien die Freistoß- und Eckballtricks ausgedacht hat, sondern der Hansi, der die Champions League gewonnen hat.

          Und falls es mit ihm und der Nationalmannschaft entgegen aller Erwartungen doch nicht funktioniert? Vor ein paar Tagen hat Flick verraten, dass er angefangen hat, eine neue Sprache zu lernen: Spanisch.

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