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Gute Vorsätze für 2022 : Mehr Fußball wagen

  • -Aktualisiert am

„Wir wollen ins Finale kommen. Und wir wollen Weltmeister werden“: Bundestrainer Hansi Flick Bild: dpa

Bundestrainer Hansi Flick redet schon vom WM-Titel, Italiens Roberto Mancini auch. Was sagt uns das als Vorsatz für 2022? Ein bisschen Fußball ist doch überall. Einfach mal nach den Sternen greifen.

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          Irgendwie ist es ja auch beruhigend, dass sich im Fußball alles immer so schnell ändern kann. Was heute noch war, zählt morgen nicht mehr – abgesehen davon, dass die Bayern immer deutscher Meister werden, gestern, heute, morgen, übermorgen, und dann wieder von vorne lesen. Aber das ist ja nur ein kleiner nationaler Wettbewerb verglichen mit dem ganz großen Ding, der Weltmeisterschaft. Und wenn man da hinfährt, braucht man schon einiges an Überzeugungskraft, um das Personal mitzureißen.

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          Wer weiß das besser als die Deutschen, die bei ihrem letzten Ausflug zur WM in Russland zwar dank eingeflogener Friseure stets top aussahen? Allerdings waren die Haare nach dem Spiel auch immer noch so wie vor dem Anpfiff. So schnell wie noch nie waren sie dann wieder zu Hause, bye-bye Watutinki. Bei der EM im vergangenen Jahr ging es auch nicht wesentlich weiter, zwei Turniere in den Sand gesetzt, und nimmt man das merkwürdige Gebilde Nations League dazu, sogar drei, aber was hat das schon großartig zu bedeuten?

          „Wir wollen ins Finale kommen. Und wir wollen Weltmeister werden“, sagt der neue Bundestrainer Hansi Flick. Und nach sieben Siegen über Gegner, die vorsichtig ausgedrückt nicht direkt zur Elite zählen, sind wir doch alle insgeheim schon mitgerissen von dieser keinen Widerspruch duldenden Überzeugungskraft. Ja, wieso nicht, ist doch eigentlich eine gute Mannschaft mit vielen guten Spielern. Und 2014 sind wir sogar mit einer Abwehrkette mit vier Innenverteidigern Weltmeister geworden.

          Die Anwesenheit von Gegnern macht die Geschichte so schwierig, und einer ist felsenfest überzeugt, dass Deutschland nicht Weltmeister wird: Roberto Mancini. Der Italiener war nicht nur der bestangezogene Trainer der vergangenen Europameisterschaft – er durfte am Ende auch die Trophäe hochhalten und bewahrte alle davor, dass sich die Engländer feiern durften. Es hieß überall Bella Italia – wer nicht aus England stammte, hielt zu Italien. So soll es auch in Qatar sein, sagt Mancini, aber was heißt schon soll, so wird es sein. „Wir waren die beste Mannschaft der Europameisterschaft, und wir haben verdient gewonnen. Wir haben in den vergangenen drei Jahren ein Spiel verloren. Ich denke, wir werden Weltmeister.“

          Klingt ja ganz schlüssig, die Fakten sind alle richtig und sprechen für sich. Zumindest wenn man diese klitzekleine Kleinigkeit ausblendet, dass die Italiener – natürlich anders als die souveränen Deutschen – noch gar nicht für die Weltmeisterschaft qualifiziert sind (und schon bei der letzten zuschauen mussten). Erst geht es nun in den Play-offs gegen Nordmazedonien und im Fall der Fälle dann gegen den Sieger aus der Partie Portugal gegen die Türkei.

          Was sagt uns das als Vorsatz für 2022? Ein bisschen Fußball ist doch überall, also nicht so viel mit der Möglichkeit des Scheiterns beschäftigen oder es überhaupt in Erwägung ziehen. Und nicht auf Nummer sicher gehen und Mittelmäßiges anpeilen, sondern lieber nach den Sternen greifen. Guten Rutsch ins neue Jahr!

          Peter Penders
          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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