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Suche nach neuem DFB-Trainer : Die Schlüsselrolle von Hansi Flick

  • Aktualisiert am

Soll bei der Auswahl des neuen U21-Trainers helfen: Hansi Flick Bild: dpa

Nach dem Wechsel von Junioren-Nationalcoach Stefan Kuntz in die Türkei soll der Nachfolger schnell gefunden sein. Eine „Interimslösung“ schwebt dem DFB nicht vor. Der Bundestrainer ist gefragt.

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          Bei der Benennung eines Nachfolgers für U21-Erfolgscoach Stefan Kuntz drückt DFB-Direktor Oliver Bierhoff aufs Tempo – und Hansi Flick spricht ein entscheidendes Wort mit. „Das ist schon eine absolute Notwendigkeit. Du wirst es nicht gegen Hansi durchsetzen, auf keinen Fall“, sagte Bierhoff am Rande des 25-Jahr-Treffens der deutschen Fußball-Europameister von 1996 am Montagabend im badischen Rust zur maßgeblichen Rolle des neuen Bundestrainers.

          Bierhoff denkt „nicht an eine Interimslösung“, sondern will noch vor den nächsten EM-Qualifikationspartien der U21-Junioren am 7. Oktober gegen Israel und fünf Tage später in Ungarn einen fixen Nachfolger für den als Nationaltrainer in die Türkei gewechselten Kuntz (58) präsentieren. Dabei wollen Bierhoff und Flick neben internen Lösungen auch externe Optionen prüfen. Eine prominente lautet Miroslav Klose.

          Mitsprache vertraglich geregelt

          „So viel Zeit haben wir nicht“, sagte Bierhoff zur Besetzung des Trainerpostens für das wichtigste Juniorenteam im DFB. Kuntz hatte als zweimaliger Europameister (2017, 2021) Toparbeit abgeliefert, erreichte mit der U21-Auswahl drei EM-Endspiele nacheinander. „Der Gedanke ist, alles auf den Tisch zu legen, natürlich auch externe Varianten mal anzuschauen. Aber wir wollen natürlich auch intern gucken und den Leuten zeigen, dass wir an unsere Trainer glauben“, erläuterte der 53-jährige Bierhoff die Marschroute.

          Gemeinsame Vergangenheit: Hansi Flick und Miroslav Klose (links), hier 2020
          Gemeinsame Vergangenheit: Hansi Flick und Miroslav Klose (links), hier 2020 : Bild: dpa

          Flick spielt eine zentrale Rolle. Sein Mitspracherecht ist auch Bestandteil seines Bundestrainer-Vertrages, wie Bierhoff sagte. A-Mannschaft und U21-Auswahl bilden für ihn eine Einheit. „Wir wollen keine zwei Welten entwickeln lassen. Wir wollen eine Durchgängigkeit haben. Deswegen sitzt Hansi da mit am Tisch“, sagte der Direktor Nationalmannschaften. Es gebe „viele Kriterien“ bei der Besetzung des offenen Postens: „Neben der Mannschaftsführung und dem Erfolg ist die Verbindung zu Hansi Flick und der A-Nationalmannschaft wichtig.“

          Der frühere U19-Coach Marcus Sorg soll dabei nicht zum Nachwuchs zurückkehren, sondern Ko-Trainer von Flick beim A-Team bleiben, wie Bierhoff sagte. Interne Lösungen wären ein Aufstieg von U20-Coach Christian Wörns oder U19-Trainer Hannes Wolf. Ein logischer Kandidat ist der frühere Nationalspieler Klose, der beim FC Bayern München nach zwei Jahren als U17-Coach in der vergangenen Saison zum Trainerstab von Flick zählte. Bierhoff, Flick, Klose – das Trio kennt sich bestens und schätzt sich. Klose (43) äußerte zuletzt aber eher andere Pläne.

          „Miro ist ein toller Junge, er hat es in der Jugend (bei Bayern) gut gemacht“, sagte Bierhoff. Der Weltmeister von 2014 kennt den DFB nicht nur als Nationalspieler, sondern zählte etwa bei der WM 2018 zum Trainerstab von Flicks Vorgänger Joachim Löw. „Auf der anderen Seite hat er auch gesagt, er will täglich arbeiten. Das war sein Ziel“, sagte Bierhoff zu Kloses Präferenz für einen Vereinsjob. „Wir waren auch mal Richtung Ko-Trainer im Gespräch“, verriet Bierhoff. Schon da habe er „eher klare Vorstellungen Richtung Cheftrainer“ in der Bundesliga oder zweiten Liga geäußert.

          Flick bereitet mit seinem Trainerstab aktuell bei einem Workshop in Frankfurt die WM-Qualifikationsspiele gegen Rumänien (8. Oktober) und in Nordmazedonien (11. Oktober) vor. Bierhoff wollte nach dem Europameister-Treffen dazustoßen und noch am Dienstag mit Flick sowie Meikel Schönweitz, dem Cheftrainer für die Juniorenteams, sowie dem Sportlichen Leiter Joti Chatzialexiou die Kuntz-Nachfolge erörtern. Dieser wiederum hatte am Montag in Istanbul einen Vertrag für drei Jahre als türkischer Nationaltrainer unterschrieben.

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