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Nationalelf unter Hansi Flick : Einer, der alle mitnimmt

Ein guter Start für seine Elf: Flick selbst zeigte sich „rundum zufrieden“ mit der Entwicklung seiner Mannschaft. Bild: dpa

Kommunikator mit Klarheit und Konsequenz: Bundestrainer Hansi Flick fördert mit frischem Blick schon verschüttetes Potential zutage.

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          Serge Gnabry konnte nicht weiterhelfen. Oder er wollte einfach nicht. Jedenfalls beschied er den Fragesteller, der wissen wollte, was es denn unter Hansi Flick nun wirklich greifbar Neues gebe, denkbar knapp: „Da muss ich Sie leider enttäuschen.“ Vorher hatte Gnabry immerhin noch ein wenig von der „neuen Spiellaune“ erzählt, im Kern lief der Befund des Angreifers aber darauf hinaus, dass nun das Runde häufiger den Weg ins Eckige findet. „Es war sonst auch nicht so, dass wir keine Torchancen herausgespielt hätten“, sagte er. „Gerade machen wir einfach die Kisten.“ In seinem Fall war es beim 4:0 gegen Island Lieferung Nummer drei im dritten Länderspiel unter dem neuen Bundestrainer. Sodass Gnabry am späten Mittwochabend in Reykjavík schon gefragt wurde, ob die deutsche Mannschaft womöglich gar keinen Brecher im Sturm mehr brauche. „Diese Diskussion“, sagte Gnabry aber, „brauchen wir nicht schon wieder zu entfachen.“ Womit er ja recht hatte, einen wie Lewandowski, sagte er, „hat jede Mannschaft gern“.

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Im Grunde war es also so, dass im Dialog mit Gnabry ganz gut das Spielfeld vermessen wurde, auf dem die Mannschaft seit dem Neustart unter Flick unterwegs ist. Irgendwie beflügelt und wohl auch ein bisschen befreit, aber weil die Gegner eben Liechtenstein, Armenien und Island hießen, doch auch nicht so, dass drei Siege und zwölf zu null Tore in diesen Spielen das deutsche Team wieder wie von selbst zu einer großen Nummer machten. Das sah auch Flick so, als er gefragt wurde, ob die Fans sich überhaupt noch Sorgen machen müssten um das WM-Ticket. „Bleiben wir mal schön ruhig“, sagte er, erwähnte mahnend die Defizite (finaler Pass, Überzeugung vor dem Tor) und sprach davon, dass seine Mannschaft sich „von Spiel zu Spiel vortasten“ solle.

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