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Halbfinale im Confed-Cup : Der gute Mensch Kaká

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Mit der ihm eigenen Eleganz: Kaka (r.) gegen Fabio Cannavaro Bild: AP

Kaká ist neben Ronaldo und Messi einer der drei besten Fußballer des Planeten - an Eleganz und Ballgefühl aber nicht zu übertreffen. Zudem ist seine Herzlichkeit echt. Der brasilianische Regisseur tut dem Fußball gut.

          Seine Tore feiert er immer gleich: Arme gestreckt, Zeigefinger gen Himmel. Kaká bedankt sich Treffer für Treffer bei Gott, und er gibt dazu denen, die Not leiden, in christlicher Nächstenliebe. Zehn Prozent seines jährlich auf neun Millionen Euro geschätzten Einkommens spendet der gläubige Fußballstar einer evangelischen Kirchengemeinschaft. Ob er eines Tages auch Pfarrer wird, wie der 27 Jahre alte Brasilianer einmal angekündigt hat, mag bezweifelt werden, doch ganz sicher gehört Kaká zu jenen Protagonisten in seinem Beruf, die vorleben, was sie predigen.

          Der 1,88 Meter lange Spielmacher und Genius der brasilianischen Nationalmannschaft ist ganz gewiss ein guter Mensch - auch deshalb sind sie bei den Vereinten Nationen stolz, Kaká als Botschafter im Kampf gegen den Hunger in der Welt gewonnen zu haben. Wäre er nicht ein Fußballer von hohen Gnaden geworden, der vor kurzem gegen die Mega-Ablösesumme von 65 Millionen Euro vom AC Mailand zu Real Madrid gewechselte Südamerikaner mit der Lebensart eines stil- und modebewussten Europäers hätte wohl auch als Arzt, wie es sich seine Mama einmal gewünscht hat, oder als Ingenieur wie sein Herr Papa Karriere gemacht.

          An Eleganz und Ballgefühl nicht zu übertreffen

          Kaká aber ist neben Cristiano Ronaldo und Lionel Messi einer der drei besten Fußballer des Planeten und an Eleganz und Ballgefühl sowieso von niemandem zu übertreffen. Derzeit zelebriert der Regisseur und Anführer der Selecao seine exquisite Kunst mit einem Lächeln auf den Lippen beim Confederations Cup in Südafrika. Und das so eindrucksvoll, dass niemand anderes als er zum Turnierende als bester Spieler ausgezeichnet werden dürfte. Erst einmal aber müssen die Brasilianer an diesem Donnerstagabend im Ellis Park zu Johannesburg ihr Halbfinalspiel gegen den Gastgeber und Ausrichter der Weltmeisterschaft 2010 gewinnen. Wie für jeden Gegner hat Kaká auch gegenüber Bafana Bafana viel Lob und Respekt geäußert, und wie immer bereitet er sich vollkommen seriös vor. Schließlich ist sein langjähriger Mannschaftskamerad, der italienische Rekordnationalspieler Paolo Maldini, sein Vorbild.

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          „Er“, sagt der Weltfußballer des Jahres 2007, „hat alles erreicht, was man im Fußball erreichen kann. Und doch war er jeden Tag im Training motiviert und einer der besten.“ Wie Maldini auf der zur Mannschaftsdienlichkeit verpflichtenden Position des Linksverteidigers ist Kaká auch in der Regisseursrolle ein Vorkämpfer des Ensembles. Geradezu uneitel hat er in den drei siegreich gestalteten brasilianischen Gruppenspielen des Konföderationenpokals mit seinen Tempodribblings Lücken gerissen und Räume gefunden, in denen er seine mitgelaufenen Kameraden anspielen konnte. Wenn die dann wie Mittelstürmer Luis Fabiano vollstreckten, was der Kopf der Mannschaft eingeleitet hatte, war Kaká überglücklich. Selbst kann er, der es bisher auf zwei Tore in diesem Wettbewerb brachte, auch noch Torschützenkönig des Confed-Cups werden, doch ist ihm das nicht besonders wichtig. „Wo andere eine Sackgasse sehen, erspäht er einen Horizont“, haben sie in Brasilien einmal über Ricardo Izecson dos Santos Leite, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, geschrieben und damit sein magisches Auge für den besten Pass zum richtigen Zeitpunkt und gemeint.

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