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Vorzeitige Haftentlassung : Hatte Hoeneß einen Promi-Bonus?

  • Aktualisiert am

Im März 2014 wird Hoeneß (Mitte) schuldig gesprochen. Bild: dpa

Zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, aber schon nach 21 Monaten ein freier Mann – wie kann das sein? Die Bedingungen dafür sind klar geregelt, auch für Uli Hoeneß.

          Zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, aber schon nach 21 Monaten ein freier Mann – wie kann das sein? Genießt der wegen Steuerhinterziehung verurteilte Uli Hoeneß einen Promi-Bonus? Nach dem Gesetz nicht. Denn die vorzeitige Haftentlassung ist im Strafgesetzbuch eindeutig geregelt.

          In Paragraf 57, Absatz 2, heißt es: „Schon nach Verbüßung der Hälfte einer (...) Freiheitsstrafe (...) kann das Gericht die Vollstreckung des Restes zur Bewährung aussetzen, wenn die verurteilte Person erstmals eine Freiheitsstrafe verbüßt und diese zwei Jahre nicht übersteigt oder die Gesamtwürdigung von Tat, Persönlichkeit der verurteilten Person und ihrer Entwicklung während des Strafvollzugs ergibt, dass besondere Umstände vorliegen (...).“

          Hoeneß ist zwar Ersttäter und erfüllt damit die wichtigste Voraussetzung für die vorzeitige Entlassung. Allerdings wurde er zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt. Entscheidend ist in dem langen Satz aber das Wort „oder“. Die zuständige Strafvollstreckungskammer am Landgericht Augsburg ging davon aus, dass die dort beschriebenen „besonderen Umstände“ im Fall von Hoeneß zutreffen.

          Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert die Mitteilung des Landgerichts Augsburg in Auszügen:

          „Unter Berücksichtigung der Persönlichkeit des Verurteilten, seines Vorlebens, der Umstände seiner Tat, des Gewichts des bei einem Rückfall bedrohten Rechtsgutes, seines Verhaltens im Vollzug, seiner Lebensverhältnisse und der Wirkungen, die von der Aussetzung für ihn zu erwarten sind, hat die Kammer entschieden, dass es verantwortet werden kann zu erproben, ob sich der Verurteilte künftig straffrei führen wird.

          Die Kammer hat dabei u.a. betont, dass der Verurteilte trotz seiner Position stets bereit gewesen sei, sich in die Gefangenengemeinschaft zu integrieren. Bei seinen zahlreichen Regel- und Freigängerausgängen sei es zu keinen Beanstandungen gekommen. Sein sozialer Empfangsraum stelle sich äußerst günstig dar.

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          Trotz des hohen Gesamtschadens weise der Fall erhebliche Besonderheiten auf. So habe sich der Verurteilte letztlich durch eine Selbstanzeige selbst den Ermittlungen ausgeliefert. Zudem habe er den Schaden durch Zahlungen in Höhe von mindestens 43 Millionen Euro wieder gutgemacht.“

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