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Gruppe C : „Die Könige des Nordens teilten brüderlich“

  • Aktualisiert am

Hörprobe: Tomasson traf zweimal für Dänemark Bild: AP

Sie brauchten ein 2:2, um beide weiterzukommen - und sie spielten 2:2. Schweden und Dänemark haben das Viertelfinale der EM erreicht. Die Schweden könnten jetzt Gegner der deutschen Mannschaft werden.

          2 Min.

          Erst jubelten die Dänen, dann die Schweden - und am Ende feierte die skandinavische EM-Allianz einen gemeinsamen Triumph über die favorisierten Italiener. „Nicht einmal Steven Spielberg könnte so ein Drehbuch schreiben“, sagte der schwedische Torjäger Henrik Larsson nach dem 2:2 im nordischen Derby gegen Dänemark und dem gemeinsamen Einzug ins Viertelfinale.

          „Die Könige des Nordens teilten brüderlich“, titelte die dänische Zeitung „B.T.“ am Mittwoch. Den von italienischer Seite geäußerten Vorwürfen, daß die freundschaftlich verbundenen Verbände das für sie ideale Ergebnis abgesprochen haben könnten, widersprachen die Beteiligten heftig. „Das ist doch lächerlich. Jeder hat gesehen, daß dies ein ehrliches Spiel war“, meinte Dänen-Coach Morten Olsen.

          „Die Italiener haben sich selbst blamiert“

          Auch der schwedische Trainer Lars Lagerbäck wollte von einem Komplott gegen Italien nichts wissen: „Jeder, der es gesehen hat, weiß daß es ein faires Spiel war. Die Italiener haben sich selbst blamiert“, sagte Lagerbäck, dessen Team in der 89. Minute durch den Treffer von Mattias Jonson noch den Ausgleich und damit den Gruppensieg schaffte. Zwischen Viertelfinaleinzug und Heimfahrt lag für das Drei-Kronen-Team nur ein Wimpernschlag. „Da sieht man wie eng Erfolg und Mißerfolg beieinader liegen können. So haben die beiden besten Mannschaften die nächste Runde erreicht“, sagte Schwedens
          Kapitän Olof Mellberg.

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          Dänemarks Torhüter Thomas Sörensen, der seine ersten Gegentore im Tunrier hinnehmen mußte, meinte: „Alle haben nur darüber geredet, wer neben den Italienern in die nächste Runde kommt. Daß es jetzt die Schweden und wir sind, ist großartig für den skandinavischen Fußball“, meinte der Schlußmann von Aston Villa.

          „Einen so verrückten Abend erleben wir nie wieder“

          Lange Zeit sahen die Dänen, die durch ihren Torjäger Jon Dahl Tomasson zwei Mal in Führung lagen (28./66.), wie der sichere Sieger aus. „Wir haben das Spiel komplett kontrolliert und hätten es gewinnen müssen“, sagte Trainer Olsen, dessen Team erstmals nach 12 Jahren wieder eine EM-Vorrunde überstanden hat und nun am Sonntag gegen Tschechien um den Einzug ins Halbfinale kämpft. „Da müssen wir besser spielen. Die Tschechen sind einer der Favoriten auf den Turniersieg.“ Der dänische Coach war zunächst ein bißchen verärgert über den vergeben Sieg war, später sah er den Vorteil. „Nach drei Spielen in acht Tagen ist es gut, daß wir jetzt einen Tag länger Pause haben“.

          Die Schweden haben sich mit ihrem beeindruckenden Kampfgeist und der Routine ihres Torjägers Larsson die nächste Runde verdient. „Natürlich haben wir am Ende durch ein glückliches Tor das Weiterkommen erreicht, aber ich bin total zufrieden, daß wir unsere Gruppe gewonnen haben“, meinte der schwedische Mittelstürmer, der mit seinem verwandelten Strafstoß kurz nach der Pause sein Team wieder ins Spiel brachte. „Schweden lebt. Aber einen so verrückten Abend erleben wir nie wieder“, schrieb die schwedische Zeitung „Afton Bladed“.

          Dänemark - Schweden 2:2 (1:0)
          Dänemark: Sörensen - Helveg, Laursen, Henriksen, Niclas Jensen (46. Bögelund) - Daniel Jensen (65. Poulsen), Tomasson, Gravesen - Grönkjaer, Sand, Jörgensen (57. Rommedahl)
          Schweden: Isaksson - Nilsson, Mellberg, Jakobsson, Edman - Jonson, Andersson (82. Allbäck), Källström (72. Wilhelmsson), Ljungberg - Larsson, Ibrahimovic
          Schiedsrichter: Dr. Markus Merk (Kaiserslautern)
          Tore: 1:0 Tomasson (28.), 1:1 Larsson (47., Foulelfmeter), 2:1 Tomasson (66.), 2:2 Jonson (89.)
          Zuschauer: 28.000
          Gelbe Karte: Edman (2), Källström

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