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Gruppe C : Dänemark auf dem Weg ins Viertelfinale

  • Aktualisiert am

Torschütze Grönkjaer als dänisches Phantom Bild: dpa/dpaweb

Dänemark, Titelträger von 1992, hat sein zweites Turnierspiel gegen Bulgarien mit 2:0 gewonnen und damit gute Aussichten auf das Erriechen des Viertelfinales. Bulgarien muß nach der Vorrunde die Heimreise antreten.

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          Dänemark hat sich bei der Fußball-EM auf klaren Viertelfinal-Kurs gebracht und Bulgarien aus dem Turnier geschossen. Die Mannschaft von Trainer Morten Olsen feierte am Freitagabend in Braga einen verdienten 2:0 (1:0)-Erfolg über die einmal mehr enttäuschenden Osteuropäer und hat nun beste Chancen, erstmals seit ihrem EM-Titelgewinn vor zwölf Jahren unter die Top-Acht zu kommen.

          Vor 25.000 Zuschauern im Estadio Municipal trafen Jon Dahl Tomasson (44.) und Jesper Grönkjaer (90.+2) für die Dänen. Die nach Rußland als zweites EM-Team gescheiterten Bulgaren, die neben dem Spiel auch ihren Kapitän Stilian Petrow (83./Gelb-Rot) wegen Meckerns verloren, warten nun schon seit 18 Jahren auf einen Sieg über die Skandinavier.

          Bulgarien „total verunsichert“

          „Wir haben in der ersten Halbzeit eine sehr gute Vorstellung geboten, aber aus unseren Chancen zu wenig Tore gemacht. Ich bin sehr zufrieden, daß wir bereits 4 Punkte erreicht haben“, sagte Dänen-Coach Morten Olsen nach dem wichtigen ersten Turnier-Erfolg.
          Dagegen kritisierte Bulgariens Ex-Nationalspieler Krassimir Balakow, der sein Nationalteam bei der EURO berät, scharf: „Ich kann mir nicht erklären, warum die Spieler ihr Potenzial nicht abrufen. Es war einfach schwach, wie wir uns präsentiert haben. Ich glaube, die Mannschaft hat das 0:5 gegen Schweden nicht verarbeitet und war total verunsichert.“ Er erwartet nun eine Diskussion um Trainer Plamen Markow. „Das ist klar. Aber auch die Spieler sind verantwortlich.“

          Dänemark hofft auf das Viertelfinale

          Vier Tage nach dem Debakel gegen Schweden präsentierten sich die Bulgaren eine Halbzeit lang defensiv bis destruktiv. Ganz anders die Dänen, die von vielen Landsleuten unterstützt wurden und fast ein Heimspiel hatten. Bei Temperaturen von erstmals bei dieser Endrunde nur knapp über 20 Grad waren sie lange allein für Offensiv-Aktionen zuständig. Angetrieben vom starken Dortmunder Niclas Jensen und dem im ersten Vorrunden-Match gesperrten frühere Hamburger Thomas Gravesen erspielte sich der Europameister von 1992 eine Reihe von Chancen.

          Schwacher Schiedsrichter

          Es dauerte aber bis kurz vor der Pause, ehe Tomasson eine tolle Kombination über Gravesen und Jörgensen zur hochverdienten Führung abschloß. Es war das erste EM-Tor der Skandinavier seit 1996. Zuvor hatten Martin Jörgensen (5.), Gravesen (25.), Grönkjaer (28.), Ebbe Sand (32.) und Tomasson (39.) sehr gute Einschußmöglichkeiten ungenutzt gelassen. Auf der Gegenseite mußte Thomas Sörensen in der 41. Minute erstmals eingreifen. Dabei lenkte der Torhüter eine Flanke auf den Lauterer Marian Hristow, dessen Kopfball aber neben das Tor ging. Nicht besser machte es Marian Hristow (VfL Wolfsburg), der nach einem Konter frei vor Sörensen nur ein Schüßchen zu Stande brachte.

          Nach Wiederanpfiff stärkte Markow mit Hereinnahme von Stürmer Zdrawko Lazarow (51.) die Offensive. Prompt wurde die Partie offener, zumal die Dänen sich nun auf Konter verlegten. So kamen die Bulgaren, die bei der klaren Niederlage gegen Schweden einen besseren Eindruck hinterlassen hatten, endlich auch mal vor dem gegnerischen Tor zum
          Zuge: Zoran Jankowic (55.) zielte bei seinem Schuß aber vorbei. In der hektischen Schlußphase verloren die Bulgaren die Nerven: Stilian Petrow sah in seinem 50. Länderspiel Gelb-Rot durch den allerdings schwachen Referee Lucilio Batista (Portugal), bei dem die Gelbe Karte zu locker saß. Grönkjaer machte dann in der Nachspielzeit alles klar.

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