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Völler kein DFB-Präsident : „Das kommt für mich überhaupt nicht in Frage“

  • Aktualisiert am

„Ich stehe für das Amt des DFB-Präsidenten nicht zur Verfügung“: Rudi Völler Bild: dpa

Nach Grindels Rücktritt läuft die Suche nach einem Nachfolger: Wer wird der nächste DFB-Präsident? Zwei, die im Kreis der potentiellen Kandidaten gehandelt werden, sagen nun mit deutlichen Worten ab.

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          Der frühere Nationalmannschafts-Teamchef Rudi Völler wird nicht DFB-Präsident und damit Nachfolger des zurückgetretenen Reinhard Grindel. „Ich stehe für das Amt des DFB-Präsidenten nicht zur Verfügung“, sagte der Sportgeschäftsführer des Bundesligavereins Bayer Leverkusen am Freitag der „Bild“-Zeitung, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Rheinischen Post“: „Das kommt für mich überhaupt nicht in Frage. Ich habe hier genug zu tun.“

          Gleichzeitig forderte Völler, der von 2000 bis 2004 die A-Nationalmannschaft betreute, eine Reform innerhalb des DFB. „Da muss sich etwas ändern. Es kann doch nicht sein, dass in den letzten zehn Jahren jeder Präsident mehr oder weniger aus dem Amt gejagt wurde“, erklärte er: „Deshalb glaube ich, dass der DFB gut daran tut, einige Dinge umzustrukturieren.“

          Zudem bekräftigte Völler, dass Nationalspieler Kai Havertz auch in der kommenden Saison in Leverkusen spielen wird. „Kai wird bei uns bleiben. Unabhängig vom Ausgang der Saison“, sagte Völler. Der 19 Jahre alte Havertz war zuletzt immer wieder mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht worden. Es war über eine Ablösesumme von 100 Millionen Euro spekuliert worden. Bezüglich eines Verbleibs von Nationalspieler Julian Brandt, der über eine Ausstiegsklausel in Höhe von angeblich 25 Millionen Euro verfügt, zeigte sich Völler aber weniger optimistisch. „Es ist kein Geheimnis, dass es auch Personalien gibt, bei denen man die Entscheidung nicht in der Hand hat“, sagte er.

          Auch der frühere Fußballprofi und -funktionär Matthias Sammer schloss eine Kandidatur für das Amt des DFB-Präsidenten kategorisch aus. „Ich habe mich doch klar geäußert, wie meine nähere Zukunft aussieht. Ich werde nirgendwohin zurückkehren in ein operatives Geschäft“, sagte der 51-Jährige bei Eurosport. „Das sieht aktuell meine Lebensplanung nicht vor.“ Die viel wichtigere Diskussion sei, „wie sich der Verband in Zukunft unter professionellsten Strukturen in Verbindung zu seiner Tradition zeigen wird“, sagte Sammer, derzeit externer Berater beim Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund. „Bevor du Mr. X findest, brauchst du erst einmal Struktur“, forderte Sammer. „Bevor man über Namen diskutiert: Erst mal eine Struktur erarbeiten, die wichtig ist, um die ganzen Bereiche abzudecken“, sagte er. „Dann diese Bereiche mit Spezialisten auffüllen – das wäre mein Vorschlag.“

          Der Deutsche Fußball-Bund will bis zum Bundestag am 27. September einen Grindel-Nachfolger finden und auch maßgebliche Reformen anstoßen. Aktuell haben DFB-Vize Rainer Koch und Ligapräsident Reinhard Rauball interimsweise den Chefposten des mit 7,09 Millionen Mitglieder größten Sportfachverbandes der Welt übernommen.

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