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Übernahme eines Fußballklubs : Warum in Zürich ein Debakel droht

Im Fokus: die Grasshopper Zürich, hier Euclides Cabral im Februar Bild: Picture-Alliance

Keine Seele, kein Stadion, aber die Grasshopper schreiben wieder Schlagzeilen – mit einer Klubeignerin aus China. Doch die Kulturrevolution auf Züricher Art könnte zum Fiasko werden.

          3 Min.

          Seit einem gefühlten Jahrhundert produzierte der Schweizer Rekordmeister Grasshopper Zürich ausschließlich Negativschlagzeilen. Dem sportlichen Abstieg ging ein gesellschaftlicher Niedergang voraus. In der Finanzkrise 2008 wurde das Stadion des Vereins, der legendäre „Hardturm“, abgerissen. Seither spielt GC in „Letzigrund“, der Hochburg des Lokalrivalen FC Zürich. Regelmäßig drohte der Abstieg. Einmal konnte er nur vermieden werden, weil Xamax Neuenburg bankrottging und dem FC Sion 36 Punkte abgezogen wurden. Doch 2019 war es so weit – erstmals seit 1949.

          Jürg Altwegg

          Freier Autor im Feuilleton.

          GC also „spielt“ – noch steht nicht fest, wann der Betrieb wiederaufgenommen werden kann – in der Hölle der zweithöchsten Klasse, früher Nationalliga B, heute Challenge League genannt. Die Namensänderung steht für die GC-Misere: Im Zuge der Globalisierung verlor der Finanzplatz Zürich seinen Bezug zur Stadt und der Klub der Banken und Versicherungen, die Mannschaft der Oberschicht vom goldenen Zürichberg, seine Gönner. Die neuen Bankdirektoren fühlen mit Tottenham, Paris St-Germain oder auch Juventus Turin. Es gibt Affinitäten zur Fifa, die von Zürich aus den Weltfußball regiert. Aber in den Letzigrund pilgert die lokale VIP-Prominenz nur zum Leichtathletikmeeting „Weltklasse in Zürich“.

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