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Pläne des Weltverbandes : Fünfzig Prozent Zuschlag für die Fifa-Chefs?

  • -Aktualisiert am

Mehr für uns! Fifa-Präsident Infantino und seine Funktionäre wollen sich offenbar besser entlohnen Bild: Reuters

Immer weniger Sponsoren, immer höhere Verluste: Trotz großem Loch in der Kasse planen die Topfunktionäre des Fußballweltverbandes offenbar, die eigene Entlohnung deutlich anzuheben.

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          Trotz fehlender Sponsoren und eines abermaligen Verlustes – für das Jahr 2016 von absehbar mehreren Hundert Millionen Dollar – wollen sich die Topfunktionäre des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) ihre Vergütung erheblich erhöhen. Nach Informationen der F.A.Z. existiert ein interner Plan, die Zahlungen an die Mitglieder im Fifa-Rat per anno um 50 Prozent anzuheben – von 300.000 auf 450.000 Dollar. Auf Anfrage dementierte die Fifa die Zahlen nicht und bestätigte, dass in kommenden Sitzungen „Angelegenheiten zur Entschädigung“ besprochen würden. „Die Vergütungskommission wird die vergangene und zukünftige Entschädigungspolitik der Fifa erörtern – das Ziel ist, Vorschläge für die Ratifizierung durch den Fifa-Rat vorzulegen.“

          Eine Erhöhung der Vergütungen für die Fifa-Funktionäre käme überraschend, nicht nur wegen der mäßigen wirtschaftlichen Situation des Weltverbandes. Von 2014 an wurden zwar die undurchsichtigen Boni-Leistungen an einzelne Funktionäre gestrichen, aber zugleich die jährlichen Zahlungen an die Mitglieder des höchsten Verbandsgremiums von 200.000 auf 300.000 Dollar angehoben. Fragwürdig wäre ein weiterer Aufschlag auch deshalb, weil sich im neu gebildeten Fifa-Rat, der wie ein Aufsichtsrat wirken soll, die Zahl der Mitglieder von 25 auf derzeit 35 erweitert worden ist. Die Einzelverantwortlichkeit jedes Mitglieds ist also geringer geworden – trotzdem soll mehr Geld fließen.

          Doch wieder zusätzliche Bonuszahlungen

          Erst im vergangenen Herbst hatte Fifa-Präsident Gianni Infantino dafür gesorgt, dass sein von der früheren Vergütungskommission festgelegtes Gehaltspaket (1,95 Millionen Franken im Jahr) kurzfristig wieder geöffnet wurde. Ein neu zusammengestelltes Gremium sorgte dafür, dass neben 1,5 Millionen Franken im Jahr in Zukunft doch wieder zusätzlich Bonuszahlungen – auch in Millionenhöhe – für Infantino fließen können. Zudem übernimmt die Fifa die Kosten für die Unterkunft des Präsidenten in Zürich.

          Die neue Fifa-Generalsekretärin Fatma Samoura, auf dem Papier Chefin in der operativen Führung des Verbandes, wurde in einem Interview mit der Schweizer „NZZ am Sonntag“ gefragt, wie sie eine Erhöhung der Entschädigungen für die Funktionäre im Fifa-Rat einschätzen würde. Sie antwortete: „Meine Meinung zählt hier nicht, leider.“ Die Fifa-Reformen sahen eigentlich eine exponierte Stellung der Generalsekretärin vor – auch mit höherem Gehalt zum Präsidenten, der als eine Art Aufsichtsratschef dem Fifa-Rat vorstehen soll. Diese Veränderung sollte einen Alleinherrscher à la Joseph Blatter verhindern. Samoura behauptet, die „Nummer 1 der Fifa“ und „einflussreicher“ als Infantino zu sein. „Auf meinem Teller liegen mehr Sachen“, sagte sie, ohne allerdings konkrete Kompetenzen und Beispiele für grundlegende, von ihr ausgehende Entscheidungen zu nennen. Die ehemalige UN-Mitarbeiterin erhält ein Jahresgehalt von 1,3 Millionen Franken. De facto bestimmt Infantino die Tagespolitik alleine.

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