https://www.faz.net/-gtl-9rdsv

Gladbacher 0:4-Klatsche : „Gibt Abende, die laufen so“

  • Aktualisiert am

An der Seitenlinie kann es Gladbachs Trainer Marco Rose nicht fassen, nach dem Spiel bleibt er ruhig Bild: dpa

Sein Europapokal-Debüt als Gladbacher Trainer geht gegen den „schnittigen“ österreichischen Provinzklub Wolfsberg mit einem historischen Debakel daneben, doch Rose bleibt betont gelassen.

          2 Min.

          Nach dem historischen Debakel für Borussia Mönchengladbach blieb Marco Rose betont ruhig. Sachlich und ohne Vorwürfe ans Team sprach der neue Borussen-Coach über die höchste Heim-Pleite der Borussen in ihrer langen Europapokal-Historie. „Es gibt Abende, die laufen so“, sagte Rose gelassen nach dem heftigen 0:4 (0:3) am Donnerstagabend im ersten Europa-League-Gruppenspiel gegen den österreichischen Provinzclub Wolfsberger AC. „Wir haben ein bescheidenes Spiel gemacht“, erklärte der Gladbacher Sportdirektor Max Eberl im Fernsehsender Nitro: „Wir sind ganz, ganz böse erwacht. Wir haben nicht nur verloren, sondern richtig verloren. Die Spieler sollten in der Kabine sitzen und sich fragen, was da gerade passiert ist.“ 

          Europa League
          ANZEIGE

          Eigentlich wollte Rose mit Gladbach rauschende Europapokal-Nächte erleben und hatte vor dem Spiel die Phantasie bemüht, an große Ziele zu glauben. Dass der 43-Jährige negativ in Gladbachs Europacup-Geschichte einging, hatte er sich kaum erträumt. Noch dazu gegen einen krassen Außenseiter aus Kärnten, der gerade einmal einen Sieben-Millionen-Euro-Etat hat. „Was der WAC gemacht hat, war Fußball pur“, beschrieb Rose den leidenschaftlich-effektiven Auftritt der Gäste, die die Borussia erschreckend einfach knackten. Der israelische Nationalspieler Shon Weissman (13.), Mario Leitgeb mit zwei Toren (31., 68.) und Marcel Ritzmaier (41.) trafen für die Gäste. „Das hätte man sich nicht erträumen lassen. Wir wussten, dass wir schnittig spielen können. Ich glaube, wir haben eher den Gegner überrascht“, sagte Leitgeb.

          Wolfsberg machte das Zentrum dicht als Reaktion auf die bisherige Spielweise Gladbachs unter Rose. Zudem nahmen sie Rechtsverteidiger Stefan Lainer aus dem Spiel - schon war Gladbachs Spieleröffnung dahin. „Für uns war das dann berechenbar, wenn sie über links eröffnet haben“, kommentierte Wolfsbergs Coach Gerhard Struber.

          Was heraus kam, war ein erschreckend lethargischer Auftritt der Borussia, die ohne Esprit und Laufbereitschaft agierte. Dabei hatten Rose und Lainer, beide in der vergangenen Saison bei RB Salzburg unter Vertrag, zuvor eindringlich vor dem Gegner gewarnt - augenscheinlich vergebens. „Vielleicht hat der eine oder andere nicht hingehört, als der Trainer von der Aggressivität des Gegners gesprochen hat“, meinte Eberl.

          Viel Ballbesitz ohne Wirkung - dies erinnerte erschreckend an die Rückrunde der vergangenen Saison, als die Borussia nach starker Hinserie unter Rose-Vorgänger Dieter Hecking die Champions League noch verspielte. Knackpunkt damals war das 1:3 Ende März bei Fortuna Düsseldorf - dem kommenden Gegner der Gladbacher am Sonntag (15.30 Uhr/F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky).

          „Wir sollten relativ schnell wieder die Kurve bekommen“, forderte Rose dann doch noch. Es war sein markanteste Satz an sein Team nach einem rabenschwarzen Abend. Hinzu kommt die Heimmisere, die kaum Hoffnung für Sonntag macht: Seit elf Spielen und fast acht Monaten sind die Gladbacher vor eigenem Publikum nun schon ohne Sieg.

          Europa League

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Isabel Schnabel ist eine profilierte Kennerin der Finanzmärkte und der Geldpolitik.

          Isabel Schnabel rückt auf : Eine Bereicherung für die EZB

          Isabel Schnabel ist Expertin für Banken und Finanzmärkte. Dennoch wird ihre Berufung in die EZB-Führung als Nachfolgerin von Sabine Lautenschläger nicht jedem gefallen. Sie hat sich schon deutlich positioniert.

          Brexit-Deal im Parlament : Ein Ping-Pong-Spiel mit ungewissem Ausgang

          Selbst wenn Boris Johnson bei der Abstimmung über seinen Brexit-Deal siegen würde, bedeutet das noch keinen Durchbruch. Auch das Oberhaus hat nahezu grenzenlose Möglichkeiten, die Beratungen in die Länge zu ziehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.