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Genug Transfertheater : Endlich Herbst

  • -Aktualisiert am

Er wollte sich nicht wegschieben lassen: Gareth Bale Bild: AP

Mit Herbstbeginn hat das große Sommer-Theater geschlossen. Doch der ganz große Dominostein, der alles in Rollen bringen würde, fiel einfach nicht. Und vielleicht ist mancher noch froh darüber.

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          Am Sonntag war der Sommer endgültig vorüber – zumindest für die Meteorologen, für die am 1. September der Herbst begonnen hat. Und passend dazu hat auch die bis zum letzten Moment nicht versiegende Quelle des großen Sommer-Theaters nun ein Ende – die Transferfenster der großen europäischen Ligen sind seit Montag, 18 Uhr, geschlossen. Aufatmen also für alle, denen die wochenlang wild wuchernden Spekulationen ein Greuel sind.

          Nur die englische Premier League macht schon vor ihrem Saisonstart Schluss, konnte nach dem 8. August nur noch Spieler abgeben, aber keine mehr holen. Das wäre zwar ein logisches Modell für alle. Aber da die anderen europäischen Ligen davon profitieren, dass die reichen englischen Klubs nicht mehr mitfeilschen konnten, – weil die Preise dadurch fallen – wäre es romantisch zu glauben, dass in dieser Hinsicht eine Einigung zu erzielen wäre. Eher wird auch das Transferfenster in England demnächst wieder später schließen.

          Der große Dominostein, der alles in Rollen bringen würde, wie Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge lange glaubte, fiel einfach nicht in diesem großem Theater. Neymar blieb notgedrungen, wo er war – in Paris, auch wenn er am Ende offenbar selbst 20 Millionen für einen Transfer beisteuern wollte. Doch es ist ratsam, mit allen kolportierten Zahlen sehr vorsichtig umzugehen – in der Regel sind an die inzwischen beliebten Ausleihen längst Folgegeschäfte gekoppelt. Und dass der FC Barcelona nur wegen der freundschaftlichen Kontakte zum FC Bayern die Leihsumme für Coutinho niedrig angesetzt hat, wie in München behauptet wurde, wäre zumindest verwunderlich – die Katalanen kratzten schließlich alles zusammen, um irgendwie doch an Neymar zu gelangen. Ein kleineres Puzzleteil war letztlich verantwortlich, dass der spektakulärste Transfer des Sommers ausblieb: Weil Dembélé sich weigerte, als zusätzliches Bonbon nach Paris zu wechseln, kam das große Geschäft nicht zustande.

          Spieler zu holen, die mehr oder weniger in den Streik treten, um den Wechsel zu erzwingen, scheint dabei eine riskante Sache zu sein. Mit dem ehemaligen Dortmunder Dembélé sind sie in Barcelona noch nicht glücklich geworden, mit Coutinho, den einst nichts mehr in Liverpool gehalten hatte, waren die Spanier nicht zufrieden. Manche blieben in diesem Sommer ohnehin, auch wenn ihnen ziemlich öffentlich ein Wechsel nahegelegt worden war.

          Boatengs Last-Minute-Wechsel zu Juventus Turin platzte, weil man sich nicht einigen konnte, und auch Real Madrid wurde Gareth Bale nicht los, so sehr sich Zinedine Zidane auch bemühte. Vielleicht wird Real-Trainer Zidane Bale noch dankbar für dessen Hartnäckigkeit sein. Am Wochenende konnte Real beim 2:2 beim FC Villareal den nächsten Rückschlag in der spanischen Meisterschaft gerade noch verhindern – beide Tore schoss Bale. Und nun ist endlich Herbst.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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