https://www.faz.net/-gtl-9kqux

Nach Abschiebe-Drama : Geflohener Fußball-Profi ist jetzt Australier

  • Aktualisiert am

Noch im Februar vor einem Gericht in Thailand: Hakim al Oraibi Bild: AP

Erst geflohen, dann in einem Urlaub verhaftet, nach langem Hin und Her doch nicht abgeschoben, freigelassen und nun eingebürgert: Hakim al Oraibi ist offiziell Australier. Die Vorwürfe gegen ihn bleiben grotesk.

          Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Hakim al Oraibi aus Bahrain ist nach der Flucht aus seiner früheren Heimat und einer gescheiterten Abschiebung jetzt Australier. Der 25-Jährige bekam am Dienstag bei einer Zeremonie in Melbourne seine australischen Papiere. „Ich bin sehr glücklich, die (australische) Staatsbürgerschaft zu haben und in Sicherheit zu sein“, sagte al Oraibi. Der Fall hatte weltweit Schlagzeilen gemacht.

          Der Fußball-Profi war bereits 2014 nach Australien geflohen. Auf Bitten der bahrainischen Regierung wurde er dann im vergangenen November in Thailand festgenommen. Dort wollte er eigentlich Urlaub machen. Zwischenzeitlich drohte ihm die Auslieferung nach Bahrain, wo er ins Gefängnis gemusst hätte. Erst nach langem Hin und Her ließen ihn die thailändischen Behörden Mitte Februar nach Australien zurückreisen.

          Bahrain – ein autoritär regiertes Königreich am Persischen Golf – wirft ihm vor, sich während des „Arabischen Frühlings“ an Ausschreitungen beteiligt zu haben. In Abwesenheit wurde er zu zehn Jahren Haft verurteilt. Al Oraibi bestreitet alle Vorwürfe. Tatsächlich stand er während der vermeintlichen Tatzeit bei einem Fußballspiel auf dem Platz, das live im Fernsehen übertragen wurde. Er spielt für einen Verein in Melbourne. Sein Wunsch ist nun, eines Tages das Trikot der australischen Nationalmannschaft zu tragen.

          Nun glücklicher Australier: Hakim al Oraibi mit seinen offiziellen Dokumenten

          Weitere Themen

          Die Demontage des Philipp Kohlschreiber

          Tennis in Hamburg : Die Demontage des Philipp Kohlschreiber

          Mit 35 Jahren ist Philipp Kohlschreiber der älteste Spieler beim Tennisturnier in Hamburg. Gegen Marton Fucsovics ist er chancenlos und kassiert seine vierte Erstrunden-Niederlage nacheinander. Und nun?

          Topmeldungen

          Der Wahlkampf im kommenden Jahr wird wohl mit beispielloser Härte geführt werden.

          Neue Umfrage : Misstrauen gegen jedermann in Amerika

          Die Amerikaner sehen ihre Regierung und ihre Mitbürger immer skeptischer. Vor allem bei der Unterscheidung von Wahrheit und Lüge zeigen sich viele verunsichert. Für den Vertrauensschwund geben sie unterschiedliche Gründe an.

          Bergbau im Erzgebirge : Die Jagd nach dem Milliarden-Schatz

          Im Erzgebirge wird an der ersten deutschen Erzmine seit dem Krieg gebaut. Ein Investor verspricht sichere Rohstoffe und Hunderte Arbeitsplätze. Doch Politiker interessiert es nicht, Behörden mauern und Anwohner rebellieren.
          Gebannte Blicke im Königreich: Am Mittwoch soll Königin Elizabeth II. den neuen Premierminister ernennen.

          Regierungswechsel in London : Die Woche der Entscheidung

          In Großbritannien beginnt eine innenpolitisch spannende Woche. Die Tories wählen einen neuen Vorsitzenden und damit zugleich den neuen Premierminister. Wir fassen zusammen, was wann geschieht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.