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Asien-Meisterschaft : Qatars brisanter Siegeszug im Feindesland

Autokorso in Doha nach dem Sieg über die Nachbarn in Qatars Hauptstadt Bild: Reuters

Fliegende Schuhe, wütende Proteste: Qatar steht im Finale der Asien-Meisterschaft. Die emiratischen Gastgeber bringt das im „Jahr der Toleranz“ zur Weißglut – auf und abseits des Platzes.

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          Der Gastgeber zeigt sich als sperriger Verlierer. Am Dienstag war die Fußball-Nationalmannschaft der Vereinigten Arabischen Emirate im Halbfinale der Asien-Meisterschaft gegen Qatar 0:4 untergegangen. Am Donnerstag bestätigte der Asiatische Fußballverband AFC, dass der emiratische Verband Beschwerde eingelegt hat, weil zwei qatarische Fußballer nicht spielberechtigt gewesen seien. Der Fall werde geprüft, hieß es. Es geht um Spieler, die maßgeblich zum Siegeszug beigetragen haben, der Qatar bis ins Finale gegen Japan geführt hat, das an diesem Freitag (15.00 Uhr MEZ) angepfiffen werden soll: Almoez Ali, ein 22 Jahre alter in Sudan geborener Stürmer, der acht Tore während des Turniers geschossen hat und damit den Rekord des Iraners Ali Daei aus dem Jahr 1996 eingestellt hat. Und der 21 Jahre alte in Bagdad geborene Abwehrspieler Bassam al Rawi, der beim 1:0-Achtelfinalsieg Qatars über sein Geburtsland Irak mit einem wuchtigen Freistoß das einzige Tor erzielt hatte.

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          In der obrigkeitstreuen emiratischen Presse wurde gemeldet, es gehe darum, dass beide Spieler nicht – wie in den Fifa-Regularien vorgeschrieben – fünf Jahre am Stück nach ihrem achtzehnten Geburtstag in Qatar gelebt hätten, was schon angesichts ihres Alter unmöglich ist. Angeblich, so heißt es weiter, berufe sich der qatarische Verband für die Spielgenehmigungen darauf, dass die Mütter der beiden in Qatar geboren worden seien. Der emiratische Fußballverband will Beweise dafür haben, dass das nicht stimme. „Wir haben nur noch ein Spiel, und wir werden uns nur darauf konzentrieren. Alle anderen Dinge, die nicht mit dem Fußball zu tun haben, haben wir nicht im Kopf“, versicherte Félix Sánchez, der spanische Trainer der qatarischen Mannschaft. Ein Funktionär der Regierung in Doha äußerte knapp: „Interessant, dass sie darauf kommen, nachdem sie verloren haben.“

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