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Mit Gala ins Finale : Inter im Kampf gegen das titellose Jahrzehnt

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Gala gegen Donezk: Inter Mailand spielt in Düsseldorf groß auf Bild: dpa

Inter Mailand stürmt mit einem 5:0 ins Finale der Europa League. Der ruhmreiche Klub strebt nun seinen ersten Titel seit 2011 an - doch der Finalgegner ist Spezialist des Wettbewerbs.

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          Sogar der sonst eher knorrige Trainer Antonio Conte wurde am Ende regelrecht überschwänglich. „Die Spieler verdienen jedes Lob. Es war eine Super-Leistung“, sagte der Coach von Inter Mailand nach der 5:0-Gala im Halbfinale der Europa League gegen Schachtar Donezk. „Wir haben so gespielt, dass Schachtar wie eine durchschnittliche Mannschaft aussah.“ Nachdem sie zuvor im Viertelfinale bereits Bayer Leverkusen, den letzten deutschen Klub im Wettbewerb, ausgeschaltet hatten, geht es nun im Finale gegen den FC Sevilla.

          Europa League

          Am Freitag hat Inter dabei die letzte Chance, ein ganzes Jahrzehnt ohne Titel zu vermeiden. Zuletzt gewannen sie den nationalen Pokal 2011, im Jahr davor hatten sie durch ein 2:0 im Endspiel gegen den FC Bayern München in der Champions League ihren sechsten Europacup-Triumph gefeiert. Sevilla geht bei der Partie in Köln zwar als Rekord-Gewinner des Wettbewerbs ins Rennen. Doch auch die Italiener nehmen nach dem eindrucksvollen Auftritt gegen Donezk eine Bestmarke in das erste Finale eines Europacup-Finalturniers mit.

          Denn die Höhe des Mailänder Erfolgs in Düsseldorf war bislang einmalig. Ein 5:0 in einem Halbfinale der Europa League oder auch des Vorgänger-Wettbewerbs UEFA-Cup hatte es bis zum Montag noch nie gegeben. Und das, obwohl es normalerweise ein Hin- und Rückspiel aller Paarungen gab. Im gesamten europäischen Wettbewerb gab es ein 5:0 im Halbfinale zuletzt vor 31 Jahren: Damals besiegte Inters Stadt-Rivale AC Mailand nach einem 1:1 im Hinspiel Real Madrid im Europapokal der Landesmeister mit demselben Ergebnis - und gewann anschließend auch das Endspiel gegen Steaua Bukarest klar mit 4:0.

          Wichtiger Baustein für Inters Erfolg am Montag war einmal mehr Top-Torjäger Romelu Lukaku. Zwar agierte dieser gegen Schachtar zunächst lange glücklos, doch nachdem Lautaro Martínez (19./73.) und Danilo D'Ambrosio (64.) seine Mannschaft komfortabel in Führung gebracht hatten, traf er dann gleich doppelt (78./84.). Somit ist der Inter-Stürmer der erste Spieler, der in zehn aufeinanderfolgenden Europa-League-Spielen mindestens ein Tor geschossen hat. Und ist mit 19 Treffern nun auch erfolgreichster Belgier in diesem Wettbewerb.

          Lukaku wechselte erst im vergangenen Sommer von Manchester United zu Inter. Und er könnte am Freitag endgültig Erinnerungen an seinen ruhmreichen Vorgänger, den Brasilianer Ronaldo wecken. Der brasilianische Starspieler der 90ziger Jahre, zweimaliger Weltmeister und dreimaliger Weltfußballer, erzielte in seinem Premieren-Jahr für die Mailänder 1998 insgesamt 34 Pflichtspiel-Tore - und gewann mit dem Verein am Ende den UEFA-Cup. Es war der bis heute letzte Titel in diesem Wettbewerb. Lukaku steht seit Montag bei 33 Pflichtspiel-Toren.

          Doch bevor die Träume in den Himmel schossen, warnte der diesmal so euphorische Conte sein Team vor Übermut. „Wir sollten das Ergebnis nicht überbewerten“, sagte er: „Viele von uns erleben zum ersten Mal so ein Spiel, Sevilla hat darin viel Erfahrung.“ Die Andalusier gewannen den Wettbewerb alleine seit der Umbenennung in Europa League 2009 dreimal, seit 2006 insgesamt fünfmal.

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