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WM 2014 in Brasilien : Korruptionsverdacht um Stadionbauten

  • Aktualisiert am

In Recife wurde bei der Fußball-WM 2014 im Stadion Pernambuco gespielt. Bild: Reuters

Seit Monaten gibt es Enthüllungen um Schmiergelder bei Bauprojekten in Brasilien. Nun wird die Fußball-WM unter die Lupe genommen. Bei einem Stadion, in dem die DFB-Auswahl spielte, ist der Verdacht besonders groß.

          Bei Stadienbauten für die Fußball-WM 2014 in Brasilien soll es im Zusammenhang mit Auftragsvergaben zu hohen Schmiergeldzahlungen gekommen sein. Die Bundespolizei startete am Freitag die Operation „Fair Play“ und nahm dabei von dem führenden Baukonzern Odebrecht gebaute Arenen ins Visier.

          Im Fokus steht die Arena in der nord-brasilianischen Stadt Recife, wo Deutschland auf dem Weg zum WM-Titel sein letztes Gruppenspiel gegen die Vereinigten Staaten (1:0) bestritt. Wie die Bundespolizei mitteilte, gehe es um eine Summe von 42,8 Millionen Real (11 Mio. Euro). Das könnte erst der Anfang sein.

          Im Rahmen der Ermittlungen wurden nach Medienberichten eine Behörde der Regierung des Bundesstaates Pernambuco durchsucht, ebenso Büros von Odebrecht in São Paulo. Der Konzern war auch am Umbau des Finalstadions Maracanã in Rio de Janeiro beteiligt, zudem am Bau des Stadions Itaquerão in São Paulo und des Stadions in Salvador.

          Odebrecht ist auch an Olympia-Bauten in Rio beteiligt - in einem Jahr finden hier die ersten Olympischen Spiele in Südamerika statt. Seit Monaten wird ein Korruptionsnetz offengelegt, viele Politiker des fünftgrößten Landes der Welt sollen für Bauvergaben an bestimmte Unternehmen systematisch stattliche „Provisionen“ erhalten haben.

          Thomas Müller schoss Deutschland mit seinem 1:0 gegen „Team USA“ ins Achtelfinale.

          Der von Nachfahren deutscher Einwanderer gegründete Odebrecht-Konzern hat 181.000 Mitarbeiter und ist in 23 Ländern tätig. Konzernchef Marcelo Odebrecht war bereits am 19. Juni verhaftet worden. Denn der Konzern ist auch verwickelt in den Skandal um Geschäfte zwischen Baufirmen und dem größten Unternehmen Brasiliens, dem halbstaatlichen Petrobras-Konzern. Es soll um ein Bestechungsvolumen von mehreren Milliarden Euro gehen - über einen Zeitraum von rund zehn Jahren.

          Staatspräsidentin Dilma Rousseff und ihre seit 2003 regierende Arbeiterpartei sind unter erheblichem Druck. 66 Prozent der Bürger sind laut einer Umfrage für ein Amtsenthebungsverfahren, für Sonntag sind in über 50 Städten Kundgebungen zur Ablösung der Präsidentin angekündigt. In diesem schwierigen Klima reist Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch mit mehreren Ministern zu den ersten deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen nach Brasilien.

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