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Corona-Pandemie : Ärger um „falsch positive“ Tests bei Fußballvereinen

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Fußball nimmt keine Testkapazitäten weg

Diese Dynamik macht dem Profifußball zu schaffen, wie auch das Beispiel Hannover zeigt. Dort entschied die Region einen Tag vor dem Anpfiff auf der Basis des seinerzeit aktuellen Werts der Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen: Das Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf darf vor Zuschauern ausgetragen werden. Als dieser Wert dann am Tag des Spiels über die kritische 50er-Marke kletterte, gingen gerade knapp 9000 Fans zum Stadion und sorgten damit für Bilder, die in den sozialen Netzwerken als unverantwortlich kritisiert wurden.

Immerhin erklärte die Geschäftsführerin der Fachgemeinschaft Akkreditierte Labore in der Medizin, dass der besonders testintensive Profifußball der Gesellschaft auch in dieser kritischen Zeit noch keine Testkapazitäten wegnehmen würde. Der Anteil der Bundesliga an der Gesamtzahl aller Corona-Tests in Deutschland liege „weit unter einem Prozent - irgendwo im Promillebereich“, sagte Cornelia Wanke der F.A.S. Die Proben aus dem Profifußball ließen sich „innerhalb der vorhandenen Testkapazität abbilden, ohne dass es andernorts zu Verzögerungen kommt“.

Ähnlich äußerte sich am Freitag auch schon Werder-Sportchef Baumann. Er vertraut auch in den Zeiten der drastischen steigenden Corona-Zahlen auf die vielen Tests in der Bundesliga und das bewährte Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga. Der frühere Nationalspieler rief die Klubs aber auch zu Vorsicht und so etwas wie Demut auf. „Wichtig ist, dass wir sehr sensibel und sehr diszipliniert mit der Situation umgehen. Alle Bundesliga-Vereine wissen, dass wir sehr vorsichtig sein müssen.“

Gnabry verlässt Quarantäne

Fußball-Nationalspieler Serge Gnabry darf die häusliche Corona-Quarantäne mit sofortiger Wirkung verlassen. Gnabry werde nun wieder zum Kreis der Mannschaft stoßen und am Montag die Reise zum Champions-League-Spiel nach Moskau antreten, teilte der FC Bayern am Sonntag mit. Der deutsche Fußball-Rekordmeister spielt am Dienstag gegen Lokomotive Moskau.

Nach dem positiven Corona-Befund am vergangenen Dienstag waren bei Gnabry in den vier darauffolgenden Tagen jeweils weitere PCR-Tests durchgeführt worden, die allesamt ein negatives Ergebnis brachten. Zusätzlich wurden am Samstag und am Sonntag jeweils ein Antigen-Test durchgeführt, beide zeigten ebenfalls ein negatives Ergebnis, hieß es. „Das Münchner Gesundheitsamt geht daher nun davon aus, dass der positive PCR-Test vom vergangenen Dienstag falsch-positiv war und hat daher die Quarantänemaßnahmen aufgehoben“, schrieb der Club am Sonntag in einer Mitteilung.

Trainer Hansi Flick hatte zuvor gesagt, er sei in Corona-Fragen „zu wenig Experte und Fachmann“. Er schilderte den Fall Gnabry so: „Serge ist letzte Woche am Freitag negativ getestet worden und dann am Dienstag positiv.“ Der Angreifer fehlte darum beim 4:0 am vergangenen Mittwoch in der Champions League gegen Atlético Madrid und beim Sieg in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt. „Dann waren die nächsten beiden Tests negativ, ebenso ein Anti-Gen-Test“, schilderte Flick.

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