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Fußballübertragungsrechte : Piraten enttarnt

Die Übertragungsrechte hält beIN, doch auch der Piratenkanal BeoutQ strahlt Fußball aus Bild: dpa

Die fünf großen europäischen Fußball-Ligen haben herausgefunden, wer hinter gekaperten Sport-Übertragungen im arabischen Raum steht, an denen der qatarische Sender BeIN Sports Rechte hält.

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          Der Piratensender BeOutQ nutzt die Infrastruktur des in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad beheimateten Satellitenbetreibers Arabsat. Das belegt eine Untersuchung, die von den fünf wichtigsten europäischen Fußball-Ligen, dem Internationalen Fußballverband (Fifa), dem europäischen Verband (Uefa) und dem asiatischen Kontinentalverband AFC in Auftrag gegeben wurde. „Im nun vorliegenden Bericht wird zweifelsfrei bestätigt, dass die rechtswidrigen Übertragungen von BeoutQ über Satelliten-Infrastruktur im Besitz und unter der Kontrolle von Arabsat erfolgt sind“, heißt es etwa bei der Deutschen Fußball Liga, deren Spiele, an denen der qatarische Sender BeIN Sports Übertragungsrechte hält, gekapert und über in Saudi-Arabien zum Kauf angebotene Set-Top-Boxen empfangbar waren. Derzeit ruht die Ausstrahlung von BeOutQ, angeblich wegen Wartungsarbeiten, wie es in einem Bericht der „New York Times“ heißt.

          Die Ligen und Fußballverbände hatten bereits Ende Juli mitgeteilt, dass sie vergeblich versucht hatten, einen Urheberrechtsstreit in Saudi-Arabien zu führen. Neun Anwaltskanzleien hätten, so hieß es damals, das Mandat entweder sofort abgelehnt oder nach der Mandatierung wieder zurück gegeben. Das Königreich Saudi-Arabien ist größter Anteilseigner von Arabsat und hält zugleich weiterhin an der Blockadepolitik gegen das Emirat Qatar fest.

          Das Kapern der Übertragungen, das von BeIN seit mehr als zwei Jahren beklagt wird und unter anderem Spiele von nationalen Ligen, der Champions League der Fußball-Weltmeisterschaft und der Formel 1 betraf, gilt als Teil der politischen Kampagne gegen Qatar, die von Saudi-Arabien unter seinem Kronprinzen Muhammad bin Salman angeführt wird. Neben der Bundesliga machen die spanische, die englische, die italienische und die französische Liga Urheberrechtsverletzungen geltend. Seine Formel-1-Rechte hatte BeIN auslaufen lassen. Das Rechtepaket hat die in Dubai ansässige Sendergruppe MBC übernommen, deren Mehrheitseigner das Königreich Saudi-Arabien ist und deren Sender ebenfalls über Arabsat ausgestrahlt werden.

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