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Vorurteile im Fußball : „Schwanger wäre ich keine schlechtere Trainerin“

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Vorreiterin: Als Frau im Männer-Fußball ist Imke Wübbenhorst noch einige von sehr wenigen. Bild: dpa

„Mit dem Babybauch am Spielfeldrand“: Imke Wübbenhorst, verantwortlich für einen Männer-Fußballklub in der vierten Liga, äußert sich zu Vorurteilen im Sport. Dabei erklärt sie auch, warum Jürgen Klopp ein Vorbild für sie ist.

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          Fußball-Trainerin Imke Wübbenhorst hat klare Ziele. „Mit dem Babybauch am Spielfeldrand der dritten Liga. Auf dem Sprung in die zweite. Das wäre cool“, antwortete die Trainerin des Männer-Viertligaklubs Sportfreunde Lotte in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur auf die Frage, wo sie sich in drei Jahren sehe. Verbunden mit dem Wunsch: „Wenn das Normalität wäre, hätten wir es geschafft. Nur, weil ich schwanger wäre, wäre ich ja keine schlechtere Trainerin oder krank. Drei Wochen Auszeit, und ich wäre zurück.“

          Wübbenhorst war am 17. April als Trainerin in Lotte vorgestellt worden. Wegen der Corona-Pandemie ruht der Spielbetrieb in der Regionalliga West derzeit, die Saison wird wohl abgebrochen.

          Jürgen Klopp als Vorbild

          Auf ihrem erhofften Weg zur ersten Trainerin in der Bundesliga hat Wübbenhorst zwei große Vorbilder. „Bei der Spielweise ist es Julian Nagelsmann. Wenn es um die Art geht Jürgen Klopp.“ Unter Nagelsmann hatte sie in der Vorbereitung bei RB Leipzig hospitiert. „Er war total offen. Ich war überall dabei. Bei jeder Videoschulung, bei jeder Mannschafts-Sitzung“, berichtete Wübbenhorst.

          Sie habe aber keineswegs darauf gehofft, in seinen Trainerstab berufen zu werden. „Co-Trainerin, das wäre ein Step zum Lernen gewesen und Leipzig ist mit seinen Strukturen ein überragender Verein“, sagte sie: „Aber ich bin eigentlich keine Co-Trainerin. Ich bin lieber mein eigener Herr und treffe meine eigenen Entscheidungen. Für die bin ich dann auch verantwortlich.“

          Mit Lotte, dem aktuellen Zehnten der Regionalliga West, wolle sie mittelfristig erst einmal wieder in die dritte Liga zurückkehren, sagte die 31-Jährige. „Wenn es nicht das Ziel wäre für einen Verein, der das schon mal erlebt hat, wäre etwas falsch.“

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