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Fußballspruch des Jahres : Die Angst des Schiedsrichters vor Oliver Kahn

  • Aktualisiert am

Oliver Kahn (rechts) war nicht immer der Liebling von Schiedsrichter Manuel Gräfe (Bild von 2005) Bild: Picture-Alliance

Zuletzt lieferte Trainerin Imke Wübbenhorst den Fußballspruch des Jahres. Nun gibt es wieder elf Vorschläge. Mit dabei sind treue Fans, gestandene Profis, zwei Schiedsrichter, ein Trainer – und sogar ein Philosoph.

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          Treue Fans, gestandene Profis, zwei Schiedsrichter, ein Trainer – und sogar ein Philosoph: Die elf flotten Zitate für die Wahl zum Fußballspruch des Jahres 2020 haben auch diesmal wieder höchst unterschiedliche Absender und Nuancen. Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur gab am Sonntag die Kandidaten bekannt. Der Spruch des Jahres wird erstmals über ein Online-Voting ermittelt.

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          Die Vorauswahl von elf aus mehr als 150 Zitaten traf eine Jury um TV-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, Nationalspielerin Alexandra Popp, Buchautor Sasa Stanisic und Vorjahressiegerin Imke Wübbenhorst. Diese stehen zwischen dem 20. und 26. September auf fussball-kultur.org zur Wahl. Die Gala findet am 30. Oktober statt. Der seit 2006 vergebene Preis ist mit 5000 Euro für einen gemeinnützigen Zweck dotiert.

          Wübbenhorst hatte im vergangenen Jahr mit einer scherzhaften Bemerkung die Auszeichnung gewonnen. „Ich bin Profi. Ich stelle nach Schwanzlänge auf“, sagte Wübbenhorst bei ihrem Debüt als Trainerin der Herren des BV Cloppenburg.

          Die elf nominierten Sprüche (in alphabetischer Reihenfolge):

          „Adi, meld dich, wenn du eine Spielunterbrechung brauchst!“ (Fans von Eintracht Frankfurt bieten Trainer Adi Hütter an, die Androhung von Spielunterbrechungen bei beleidigenden Plakaten gegen Dietmar Hopp taktisch einzusetzen)

          „Das hat mit Fußball nichts zu tun... Ohne Fans ist es nicht mal die Hälfte wert.“ (Schiedsrichter Deniz Aytekin, nachdem er das erste Geisterspiel der Bundesliga gepfiffen hatte)

          „Das Leben ist kein FC Bayern. Das Leben ist eher wie der Club. (Thomas Grethlein, Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Nürnberg und promovierter Philosoph)

          „Der Einzige, den ich gesiezt hab, war Olli Kahn. Ich war Mitte 20 und hatte Angst.“ (Manuel Gräfe über seine erste Zeit als Bundesliga-Schiedsrichter)

          „Die Möglichkeit war da, allen zu zeigen, dass so etwas nicht akzeptiert wird. Nicht in Deutschland. Nicht in der Bundesliga. Nicht in unserem Verein.„ (Kevin Prince-Boateng über die seiner Meinung nach laschen Sanktionen nach den rassistischen Äußerungen des damaligen Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies)

          „Es sind jetzt andere Menschen die Stars, das ist doch auch mal schön.“ (Fußballprofi Nils Petersen über die Corona-Zeit)

          „Halt die Fresse!“ (Jens während der Störung der Gedenkminute für die Opfer des Anschlags in Halle vor dem Spiel der DFB-Elf gegen Argentinien)

          „Ich habe mal zu meiner Schwester gesagt: Wenn du irgendwann mal einen Mann heiratest, nimm einen Schalker. Den kannst du so oft enttäuschen, wie du willst – der bleibt immer an deiner Seite.“ (Hassan Talib Haji, Journalist und Schalke-Fan)

          „Kein Stadionverbot fürs Geschlecht – Fan sein ist ein Menschenrecht“ (Fans von Union Berlin nach dem Tod der Iranerin Sahar Khodayari, die sich aus Protest gegen das Verbot von Frauen als Zuschauerinnen beim Männerfußball selbst in Brand gesetzt hatte)

          „Wen müssen wir beleidigen, damit über die EU-Grenzpolitik nachgedacht wird?“ (Fans des FC Bayern München sich im Rahmen der Causa Hopp über die Verhältnismäßigkeit bei der Themensetzung öffentlicher Diskussionen)

          „Wer es nicht schafft, gegen des HSV zu punkten, sollte nicht auf dem Rücken eines Flüchtlings, der niemandem etwas getan hat, versuchen, einen Vorteil herauszuholen, sondern besser auf die eigenen sportlichen Fehler schauen.“ (Trainer Daniel Thioune zum Protest einiger Vereine gegen die Spielwertung wegen der Vorwürfe gegen HSV-Profi Bakery Jatta)

          Stimmen Sie ab beim Fußballspruch des Jahres 2020!

          „Fußball-Spruch des Jahres“ von Trainer Daniel Thioune

          HSV-Coach Daniel Thioune hat den „Fußball-Spruch des Jahres“ zum Besten gegeben. Das gab die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur, die den Fußball-Kulturpreis 2020 in vier Kategorien vergeben hat, am Montag bekannt. Der 46 Jahre alte Thioune hatte sich noch als Trainer des Ligarivalen VfL Osnabrück kritisch über jene Clubs geäußert, die im Zusammenhang mit dem Fall Bakéry Jatta Einspruch gegen die Wertung ihrer Spiele gegen den Hamburger SV in der zweite Liga einlegten. Jatta, an dessen Identität es Zweifel gegeben hatte, war in diesen Partien zum Einsatz gekommen, die unterlegenen Klub hofften auf Punkte am Grünen Tisch. „Wer es nicht schafft, gegen den HSV zu punkten, sollte nicht auf dem Rücken eines Flüchtlings, der niemandem etwas getan hat, versuchen, einen Vorteil herauszuholen, sondern besser auf die eigenen sportlichen Fehler schauen“, hatte der damalige VfL-Trainer Thioune gesagt. (dpa)

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