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Fußballspruch des Jahres 2014 : „Ja gut, ich sach’ ma“, war gestern

Gertjan Verbeek: „Ich hoffe, dass ich 90 Jahre alt werde. Dann kann ich sagen, ich hätte 100 werden können. Aber ich habe in Nürnberg gearbeitet“ Bild: dpa

Auf die Shortlist zum „Fußballspruch des Jahres 2014“ haben es Thomas Hitzlsperger, Jens Keller, Helmut Sandrock und Gertjan Verbeek geschafft. „And the winner is...“

          2 Min.

          Der klassische Fußballspruch fing jahrelang mit den Worten: „Ja gut, ich sach' ma'“ an. Doch die Zeiten sind vorbei. Heutzutage sind auch Bundesligaspieler Medienprofis, geschult im Umgang mit Mikrofonen, geschliffen bei der Wahl ihrer Worte, abgesichert durch Pressestellen, die die Aussagen oft noch autorisieren, ehe sie in die Öffentlichkeit gelangen. Die Flachpasskultur der unbedachten Stilblüten, wie sie zu Zeiten eines Lothar Matthäus noch an der Tagesordnung waren, sind definitiv vorbei.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Dennoch oder gerade deshalb wählt die „Deutsche Akademie für Fußballkultur“ alljährlich den „Fußballspruch des Jahres“. Nicht nur verbale Querschläger, sondern auch hintergründige Bonmots haben eine Chance. In dieser Saison standen 159 Sprüche zur Wahl, elf davon schafften es in die Endauswahl. Und aus dieser Spruchsammlung wiederum wählte die sach- und sprachkundige Jury um Eurogoals-Autor Christian Eichler die besten vier in die Endauswahl.

          Thomas Hitzlsperger: „So wie ich die FIFA kenne, haben die das verboten“, auf die Frage, ob die WM die richtige Bühne für das Coming Out aktiver Fußballprofis wäre Bilderstrecke
          Fußballspruch 2014 : „Ja gut, ich sach’ ma“, war gestern

          Überraschend auf der Strecke geblieben war der ewige Favorit Franz Beckenbauer, der mit seinem bitteren Satz „Ich hab noch nicht einen einzigen Sklaven in Qatar gesehen“ nur den neunten Rang belegte. Knapp vor ihm landete Per Mertesacker mit seiner schnoddrigen „Wat woll'n se denn eigentlich?“-Frage, die er nach dem knappen Achtelfinaleinzug dem kritischen ZDF-Reporter entgegenmaulte, ehe er sich in die Eistonne verzog.

          Ins Halbfinale der besten vier schafften es dagegen Helmut Sandrock und Gertjan Verbeek sowie der frühere Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, dessen Aussage „so wie ich die Fifa kenne, haben die das verboten“ mit hintergründigem Witz  überzeugen konnte, und der ehemalige Schalker Trainer Jens Keller, dessen Aussage „da mach' ich mir vom Kopf her keine Gedanken“ am besten in die Kategorie „klassischer Fußballerspruch“ passt.

          Auch FAZ.NET hatte seine Leser abstimmen lassen, und selten war die Stimmungslage so ausgeglichen: drei Sprüche landeten praktisch gleichauf mit je 24 Prozent der rund 4700 abgegebenen Stimmen. Knapp die Nase, oder besser: das Mundwerk vorne hatte Helmut Sandrock (28 Prozent). Der DFB-Generalsekretär ließ die Leute mit einem an Alt-Bundespräsident Heinrich Lübke erinnernden Satz aufstöhnen: „Wir sind freundlich begrüßt worden – von Menschen, Frauen und Kindern.

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          Bei der Gala anlässlich der Verleihung des Deutsche Fußball-Kulturpreises in der Nürnberger Tafelhalle am Samstag Abend setzte sich allerdings ein anderer durch, was möglicherweise am Reglement lag. Ruhrgebiets-Radio-Ikone Manni Breuckmann ließ als Abstimmungsleiter das Publikum über die vier Halbfinal-Sprüche abstimmen. Und dabei ging als klarer Sieger Gertjan Verbeek hervor, der einst sagte: „Ich hoffe, dass ich 90 Jahre alt werde. Dann kann ich sagen, ich hätte 100 werden können. Aber ich habe in Nürnberg gearbeitet.“ Endlich einmal konnte der gescheiterte Club-Trainer Verbeek in Nürnberg also den Heimvorteil nutzen.

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