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Ausgeraubte Fußballprofis : Sturmfreie Bude

Dürfte über den Raub von Juwelen und Handtaschen nicht so erfreut gewesen sein: PSGs Eric-Maxim Choupo-Moting Bild: Reuters

Es ist die Krux des prominenten Fußballers: Seine Arbeit geschieht öffentlich. Immer häufiger werden Profis während ihrer Partien Opfer von Dieben. Wie man dagegen vorgehen kann, zeigen Amateure.

          Bei der Interview-Runde im Stadion beklagen Fußballer nach Niederlagen nicht selten „einen späten Einbruch“. Immer häufiger tun sie das nun auch nach Rückkehr ins traute Heim. Schließlich passen sie perfekt ins Beuteschema perfider Einbrecher: gutverdienend, konsumfreudig – und wann sie nicht zu Hause sind, steht in der Zeitung oder im TV-Programm. Das Geschäftsmodell ist nicht neu. Schon in den neunziger Jahren wurden, während die Bewohner dienstlich unterwegs waren, bei Borussia Dortmund die Häuser von Torjäger Stéphane Chapuisat (Ligaspiel), Trainer Ottmar Hitzfeld (Champions-League-Partie) und Präsident Gerd Niebaum (Meisterfeier) ausgeräumt. Dass die Klubkasse am Ende der Ära Niebaum völlig leer war, hatte damit aber nichts zu tun.

          Nicht mal der Einsatz für den Ruhm der Nation schützt vor Ganoven. Während Sergio Busquets im WM-Halbfinale 2010 für Spanien gegen Deutschland spielte, wurden ihm aus dem Hotelzimmer Geld und Kreditkarte entwendet. Dem Engländer Wayne Rooney stahlen dreiste Diebe bei demselben Turnier sogar die Unterhosen.

          Juwelen, Handtaschen, Uhren, Handys

          Die aktuelle Generation von Fußballdieben begnügt sich allerdings nicht mehr mit muffigen Erinnerungsstücken. Häufigkeit und Schadenshöhe ihrer Beutezüge steigern sich rapide – ungebetene Parasiten des Milliardenbooms auf den Fußballmärkten. Dem Deutsch-Kameruner Eric Maxim Choupo-Moting wurden kurz vor Weihnachten bei zwei Einbrüchen binnen weniger Wochen (einer während einer Partie mit Paris St-Germain gegen Liverpool) Juwelen und Handtaschen im Wert von über einer Million Euro gestohlen. Auch PSG-Kapitän Thiago Silva und Jacques-Henri Eyraud, Präsident von Olympique Marseille, bekamen ungebetenen Hausbesuch, während sie im Stadion waren. Im November war Jordi Alba mit dem FC Barcelona dienstlich in Mailand, als daheim seine Villa ausgeraubt wurde. Sein neuer Klubkollege Kevin-Prince Boateng freute sich vor zwei Wochen noch über sein Liga-Debüt für Barça gegen Valladolid, bis er feststellte, dass während der Partie Einbrecher bei ihm Schmuck für mehr als 300.000 Euro erbeutet hatten. Vergangene Woche ging der Liverpooler Stürmer Sadio Mané beim 0:0 gegen Bayern München leer aus, nicht jedoch der Einbrecher, der währenddessen bei ihm Uhren, Handys und Autoschlüssel stahl.

          Es ist die Krux des prominenten Profis: Seine Arbeit geschieht so öffentlich, dass jeder wissen kann, wann bei ihm sturmfreie Bude ist. Verwunderlich bleibt nur, warum hochbezahlte Fußballprofis sich nicht besser schützen. Scheuen sie den Videobeweis daheim? Dass man unsportlichen Spitzbuben gegenüber nicht wehrlos ist, zeigt nun die kriminalistische Phantasie der Amateurkicker des Turnerbundes Oberhausen. Einen aus dem Vereinsheim gestohlenen Laptop fanden sie im Internet wieder. Sie vereinbarten einen Verkaufstermin. Es wurde ein Verhaftungstermin.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

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