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Fußballmuseum : Der Ball liegt beim DFB

Japan stürmt voraus: In Tokio gibt es bereits ein Fußballmuseum Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Die schwarz-grüne Koalition in Frankfurt hat dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) Hilfe für ein Fußballmuseum zugesagt. Doch auch andere Städte bemühen sich um ein solches Museum: „Es gibt eine Konkurrenzsituation.“

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          Die schwarz-grüne Koalition in Frankfurt hat dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) Hilfe für ein Fußballmuseum zugesagt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Frank kündigte die „volle Unterstützung“ des Projekts an - ohne Geld oder ein Grundstück für den Bau zu versprechen. Olaf Cunitz, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sprach von einer „phantastischen Idee“. Das Museum könne „ein Publikumsmagnet“ werden. Eine Zusage für eine finanzielle Unterstützung gab auch er nicht, sagte aber: „Uns ist primär daran gelegen, daß das realisiert werden kann.“ Cunitz verwies darauf, daß auch andere Städte, etwa Berlin, sich um ein solches Museum bemühten: „Es gibt eine Konkurrenzsituation.“

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der DFB bekräftigte auf Anfrage, daß er ein solches Museum in Frankfurt, dem Sitz des Verbands, bauen wolle. „Wir haben unser Interesse und unser Angebot an die Stadt herangetragen“, sagte Mediendirektor Harald Stenger. Man sei in Verhandlungen mit der Stadt und erarbeite parallel ein Konzept. Wann dies fertig sei, könne er nicht sagen. Wie berichtet, hatte sich Sportdezernent Uwe Becker (CDU) kürzlich zu einem ersten Gespräch mit DFB-Generalsekretär Horst Schmidt getroffen. In diesem Gespräch habe er „sehr klar“ formuliert, daß die Stadt ein hohes Interesse an einem solchen Museum habe, so Becker.

          Partner aus der Wirtschaft gesucht

          Dieses Konzept wolle er erst sehen, bevor er sich zu Standort und Finanzierung äußere, sagte CDU-Fraktionschef Frank. Es sei wichtig, gute Partner aus der Wirtschaft zu finden. Als Standorte nannte Frank die Umgebung der Commerzbank-Arena nahe der DFB-Zentrale oder „eine zentrale Lage in der Stadt“. Grünen-Politiker Cunitz sagte, ein Standort in der Innenstadt wäre besser erreichbar, es gebe aber auch Argumente für einen thematischen Bezug, also einen Bau im Umfeld der Commerzbank-Arena. Eine „Hall of Fame“ halte er für attraktiver als ein herkömmliches Museum. In einer solchen „Hall“ könnten nationale und internationale Fußballstars präsentiert werden.

          Skepsis herrscht bei der größten Oppositionsfraktion SPD: Die sportpolitische Sprecherin Marion Weil-Döpel sagte, die Stadt könne sich „sicher nur sehr, sehr beschränkt finanziell beteiligen“. Für die Sozialdemokraten sei die Unterstützung des Breitensports „sehr viel wichtiger“ als ein Museum. Erst müsse Geld für die Sanierung von Sportplätzen und zur Förderung der Jugendarbeit bereitgestellt werden. „Das betrifft viel mehr Leute.“ Weil-Döpel zweifelte an der Attraktivität eines Fußballmuseums: „Die Tausende, die da am Wochenende hingehen, sehe ich nicht.“ Den Bau müßten daher weitestgehend Sponsoren finanzieren. Zu klären sei, wer die Kosten für den Betrieb des Museums trage.

          Altstadt Frankfurts möglicher Standort

          Nach Wunsch des Frankfurter FDP-Fraktionsvorsitzenden Volker Stein soll die Stadt „die Planung auf jeden Fall unterstützen“. Frankfurt sei als „Hauptstadt des deutschen Fußballs“ und als Sitz des DFB der richtige Ort. Eine Einigung könne man „in einem Vierteljahr hinbekommen“, eine mögliche finanzielle Unterstützung ließe sich noch in den Haushalt für das nächste Jahr schreiben, sagte Stein und fügte hinzu: „Jetzt muß Druck unterm Kessel bleiben.“ Der Chef der FAG-Fraktion, Rainer Rahn, schloß eine finanzielle Unterstützung ebenfalls nicht aus: „Die Stadt beteiligt sich auch an anderen Museen.“

          Der Vorsitzende der Fraktion Linke/WASG, Lothar Reininger, sagte, er habe „nichts dagegen einzuwenden, daß Frankfurt zum Zentrum des Sports gemacht wird“. Die Stadt müsse aber zunächst klären, welche Kosten und Risiken ein Bau brächte. Der Chef der BFF-Fraktion, Wolfgang Hübner, sagte, das Museum müsse die Stadt nichts kosten. Der DFB sei „ein wohlhabender Verein“. Als Standort schlug er die in ein paar Jahren restaurierte Altstadt vor.

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