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Ärger bei Paris St. Germain : „Neymar, hau ab!“

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Die Zeit von Neymar in Paris dürfte sich dem Ende zuneigen. Bild: AFP

Einst kam er als große Hoffnung und Rekordtransfer nach Paris. Doch nun ist alles anders. Mit Plakaten und obszönen Gesängen beschimpfen die Fans Neymar. Das bringt auch Thomas Tuchel in die Bredouille.

          Die Botschaft war eindeutig. „Neymar, hau ab!“, stand in großen Buchstaben auf einem Plakat im Prinzenparkstadion, von den Tribünen schallten obszöne Gesänge gegen den Brasilianer. Die Fans von Paris St. Germain haben längst abgeschlossen mit dem teuersten Fußballer der Welt. Beim 3:0 (1:0)-Sieg zum Saisonauftakt gegen Olympique Nimes stand Neymar nicht im Kader – womöglich kehrt er auch nicht mehr zurück.

          Der Wechsel des 222-Millionen-Missverständnisses zurück in Richtung Spanien nimmt immer konkretere Formen an. Neymars früherer Klub FC Barcelona scheint dabei ebenso noch im Rennen wie Barcas Erzrivale Real Madrid. PSG-Sportdirektor Leonardo sprach zuletzt von „Diskussionen“, die „weiter fortgeschritten“ seien als vorher. Noch sei PSG aber nicht bereit, einem Deal zuzustimmen. „Es ist wichtig, die Zukunft für alle zu gestalten“, sagte Leonardo, „wenn er bleibt, spielt er. Geht er, dann ist er weg. Je schneller eine Entscheidung fällt, umso besser.“

          Ein Wechsel zu Madrid scheint dabei die von Paris bevorzugte Option zu sein. Laut spanischen Medienberichten ist eine Rückkehr nach Barcelona nur die allerletzte Option. Real-Trainer Zinedine Zidane vermied eine Aussage zu Neymar. Zuletzt hatte sich der 27-Jährige immer weiter ins Aus geschossen. Erst fehlte er beim Trainingsauftakt aus angeblichen privaten Verpflichtungen, dann riss er bei den Fans eine alte Wunde auf.

          Angesprochen auf den bemerkenswertesten Moment seiner Karriere nannte Neymar ausgerechnet jenes 6:1-Wunder, mit dem Barcelona 2017 in der Champions League Paris ausgeschaltet hatte. Sein Vater gab sich danach alle Mühe, den Schaden zu minimieren. „Zu keiner Zeit wollte er PSG oder den Spielern respektlos gegenübertreten“, sagte er.

          Trainer Thomas Tuchel muss moderieren, was kaum noch zu moderieren ist. Dennoch gibt er sich alle Mühe. „Er ist weiterhin hier bei uns, und daher werde ich ihn beschützen. Ich kann verstehen, dass nicht jedem gefällt, was er gesagt und getan hat. Aber wir müssen einen fairen Weg finden, unsere Emotionen auszudrücken“, sagte Tuchel nach dem Spiel gegen Nimes.

          Sportlich gibt es an Neymar kaum Zweifel. Der Offensivspieler zählt zu den weltbesten Fußballern und sollte der letzte Baustein für Paris auf dem Weg zum Champions-League-Sieg sein. Umgekehrt erhoffte sich Neymar nach Jahren im Schatten von Lionel Messi bei Barca den Status des absoluten Superstars. Beides blieb unerfüllt.

          Paris scheiterte auch in den vergangenen beiden Jahren teilweise grotesk in der Königsklasse, Neymar wurde in seinem Standing längst von Wunderkind Kylian Mbappe überholt. Der Weltmeister, mit einem Tor und einer Vorlage auch gegen Nimes der überragende Akteur, sprach sich dennoch für einen Verbleib seines Sturmpartners aus. „Wir müssen nicht lügen. Wir werden sehen, was mit Neymar passiert, aber es ist nicht dasselbe Team“, sagte der 20-Jährige.

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