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Kampf um gleiche Bezahlung : Amerikanische Fußballerinnen verklagen eigenen Verband

Auf in den Kampf: Die amerikanischen Fußballfrauen kämpfen um ihre Rechte gegen den eigenen Verband. Bild: AP

Drei Monate vor der Frauenfußball-WM droht ein Streit um Gleichberechtigung zu eskalieren: Das Team des Titelverteidigers aus den Vereinigten Staaten klagt gegen den eigenen Verband. Der Streit hat eine lange Vorgeschichte.

          Wenn es um den Kampf um Gleichberechtigung auf dem Fußballplatz geht, dann stehen die Spielerinnen des amerikanischen Nationalteams traditionell stets in der ersten Reihe. Sie haben schließlich in jeder Hinsicht gute Argumente: Die Amerikanerinnen sind Rekord-Weltmeister und -Olympiasieger, im Juni werden sie in die WM in Frankreich als Titelverteidiger starten. Das verschafft ihnen weltweit große Öffentlichkeitswirksamkeit. Und in ihrem Heimatland haben sie es zugleich mit einem seit jeher der Weltspitze hinterher hinkenden Männer-Team zu tun. Ihr Anliegen stößt also allenthalben auf offene Ohren: Sie wollen vom Verband mindestens genauso gut entlohnt werden wie die männlichen, chronisch erfolglosen Nationalspieler.

          Der Streit ist 2016 kurz vor den Olympischen Spielen entbrannt, bei denen die Amerikanerinnen Deutschland die Goldmedaille überlassen mussten. Damals hatten Topspielerinnen um die Weltfußballerin Carli Lloyd und Torjägerin Alex Morgan eine Klage eingereicht bei der Equal Employment Opportunity Commission, die Diskriminierung im Arbeitsleben verhindern soll.

          Der Verband kam den Spielerinnen vor zwei Jahren mit einer etwas besseren Bezahlung und besseren Trainingsbedingungen entgegen. Diese bestanden aber weiter auf ihrem Anspruch auf Gleichbehandlung. Vor Gericht hat sich seither gleichfalls nichts bewegt, weswegen die Spielerinnen nun im Februar das Recht erhielten, ihr Anliegen vor ein Bundesgericht zu tragen.

          Deshalb haben nach einem Bericht der New York Times nun alle 28 derzeit zum WM-Kader zählenden Spielerinnen am Weltfrauentag abermals eine Klage eingereicht. Vor dem District Court in Los Angeles werfen sie dem amerikanischen Fußballverband US Soccer jahrelange Geschlechterdiskriminierung vor. Obgleich die Spielerinnen für mehr Einsätze im Jahr angefordert würden und zugleich deutlich erfolgreicher als die Männer seien, würden sie weiterhin schlechter entlohnt und müssten mit widrigeren Arbeitsbedingungen zurechtkommen. Dafür verlangen sie rückwirkend bis zum 4. Februar 2015 Nachzahlungen seitens des Verbandes für alle seither nominierten Spielerinnen.

          Die Frage der Gleichberechtigung mit den Männern ist freilich kompliziert: Ein Großteil der Einnahmen von männlichen Nationalspielerin stammt von der Fifa als dem Veranstalter der Turniere. Der nationale Verband hat also nur bedingt Einfluss auf eine gleiche Bezahlung.

          Die amerikanischen Fußballerinnen, die trotz ihrer Klage schon weltweit im Schnitt die bestbezahlten Athletinnen in ihrem Sport sind, kämpfen freilich seit jeher nicht nur für eigene Belange. Vor der Weltmeisterschaft 2015 klagten sie gegen den kanadischen WM-Ausrichter auf das Recht, wie die Männer auf Naturrasen spielen zu dürfen. In Kanada waren die meistern WM-Stadien mit Kunstrasen ausgestattet. Die Klage scheiterte, da sie zu kurzfristig eingereicht worden war. Megan Rapinoe, eine der auch jetzt zu den Klägerinnen zählenden Stars des Teams, solidarisierte sich vor anderthalb Jahren mit dem Football-Profi Colin Kaepernick und kniete wie dieser aus Protest beim Abspielen der Nationalhymne vor ihren Spielen.

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