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Fußballer Hakim al Oraibi : „Bitte schicken Sie mich nicht nach Bahrein“

Hakim Al-Araibi (Mitte) kämpft gegen die Auslieferung von Thailand nach Bahrein. Bild: dpa

Hakim al Oraibi war Fußball-Nationalspieler in Bahrein. Nun sitzt er in Thailand in Haft und befürchtet, an sein Heimatland ausgeliefert werden. Bei einer Anhörung fleht er, denn al Oraibi befürchtet das Schlimmste.

          Der bahreinische Fußballspieler Hakeem al Oraibi muss mindestens zwei weitere Monate in thailändischer Auslieferungshaft verbringen. Das Gericht in Bangkok setzte eine neue Anhörung für den 22. April an und lehnte es ab, al Oraibi gegen Kaution auf freien Fuß zu setzen. Die Regierung seines Heimatlandes fordert weiterhin die Auslieferung . Der 25 Jahre alte al Oraibi lebt als anerkannter Flüchtling in Australien, Ende November war er mit seiner Frau in die Flitterwochen nach Thailand geflogen und dort verhaftet worden. In Bahrein ist er in Abwesenheit zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er eine Polizeiwache angegriffen haben soll. Zum vermeintlichen Tatzeitpunkt spielte al Oraibi in einem Fernsehen übertragenen Fußballspiel. Im Falle der Auslieferung nach Bahrein fürchtet er Folter und sogar den Tod.

          „Bitte schicken Sie mich nicht nach Bahrein“, rief al Oraibi, als er mit Fußfesseln zur Anhörung im Bangkoker Strafgericht Ratchadaphisek geführt wurde. Die Anhörung wurde von Repräsentanten 14 verschiedener Länder und der Europäischen Union verfolgt, zudem war Federico Addiechi unter den Zuhörern, der beim Internationalen Fußball-Verband die Abteilung für Nachhaltigkeit, Diversität und Inklusion leitet. Die Fifa und das Internationale Olympische Komitee haben die thailändische Regierung aufgefordert, al Oraibi nach Australien zurückkehren zu lassen. Das Gericht teilte mit, dass er nun 60 Tage Zeit habe, um seine Verteidigung gegen das Auslieferungsersuchen vorzubereiten.

          Al Oraibi steht beim australischen Klub Pascoe Vale FC unter Vertrag. Er war 2014 aus Bahrein nach Australien geflohen. 2012 wurde er laut eigener Aussage in Untersuchungshaft über Monate gefoltert. Er hält das Auslieferungsersuchen für eine Vergeltungsmaßnahme der bahreinischen Regierung, nachdem er 2016 im Vorfeld der Wahl des Fifa-Präsidenten auf die Menschenrechtsverletzungen der bahreinischen Herrscher hingewiesen hatte. Damals hatte sich der Präsident des Asiatischen Fußballverbandes, Scheich Salman Bin Ibrahim Al Chalifa, ein Mitglied der Königsfamilie Bahreins, vergeblich zur Wahl gestellt.

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