https://www.faz.net/-gtl-7srzv

Fußball-WM-Nachlese : Der offensiv spielende Umschalt-Torwart

  • Aktualisiert am

Trendsetter Manuel Neuer: Der spielende Torwart Bild: dpa

Die Fifa hat die WM ausgewertet und festgestellt: Die Trends gehen zum spielenden Torwart, zum schnellen Umschalten und zur offensiven Ausrichtung. Negativ angemerkt wird die geringe Netto-Spielzeit.

          1 Min.

          Die Technische Studiengruppe (TSG) des Internationalen Fußballverbandes (Fifa) hat in ihrem Abschlussbericht zur WM in Brasilien vor allem die offensive Ausrichtung, das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff und die spielenden Torhüter als Trends ausgemacht. „Die 32 Mannschaften zeigten fast durchweg erstklassigen, offensiv ausgerichteten Fußball“, schrieb die TSG in ihrem Dossier über die Endrunde, das am Freitag auf der Homepage des Weltverbandes veröffentlicht wurde. „Diese Tendenz ist natürlich erfreulich und für die weitere Entwicklung des Fußballs rund um die Welt sehr vielversprechend.“

          Auf insgesamt 284 Seiten und in vier Sprachen analysiert die Kommission die 64 WM-Spiele. „Die Partien waren schneller und dynamischer als jemals zuvor“, heißt es im Bericht. Die TSG strich heraus, dass jedes Topteam auch einen Spieler in seinen Reihen gehabt habe, wie zum Beispiel Thomas Müller in der deutschen Mannschaft, der den Ball „besonders schnell und sicher nach vorne trieb“. Das sogenannte Umschaltspiel sei oftmals ein „magischer Moment“.

          Negativer Höhepunkt des härtesten Spiels mit der kürzesten Netto-Spielzeit: Neymars Verletzung im Kampf zwischen Brasilien und Kolumbien
          Negativer Höhepunkt des härtesten Spiels mit der kürzesten Netto-Spielzeit: Neymars Verletzung im Kampf zwischen Brasilien und Kolumbien : Bild: AP

          Die Fifa-Analytiker stellten zudem fest, dass bei den Torhütern „ein neues Zeitalter angebrochen“ ist. Das Abwehren von Schüssen ist demnach nicht mehr die alleinige Aufgabe, wie vor allem Manuel Neuer im Tor bei Weltmeister Deutschland bewies. Über den Münchner Neuer hieß es unter anderem: „Spielt wie ein Libero.“

          Eine weitere Tendenz des Turniers war die Effektivität von eingewechselten Spielern und damit einhergehend auch ein „langer Atem“ der Mannschaften. 106 der insgesamt 171 WM-Tore in Brasilien wurden in den zweiten Halbzeiten erzielt.

          Nicht mal 40 Minuten

          Allerdings gab es auch negative Erkenntnisse. So lag die Nettospielzeit des hartumkämpften Viertelfinalspiels  zwischen Gastgeber Brasilien und Kolumbien nicht mal bei einer Halbzeit, sondern sogar unter 40 Minuten. Wie aus dem Bericht der Technischen Studiengruppe hervorgeht, wurde tatsächlich ganze 39:18 Minuten gespielt.

          Alle anderen der 64 WM-Partien kamen wenigstens auf eine Nettospielzeit von mindestens 47 Minuten. Den Spitzenwert erreichte das Gruppenmatch zwischen England und Italien mit 64:49 Minuten.

          Weitere Themen

          „Dieser Ausfall trifft uns heftig“

          OP bei Ski-Star Dreßen : „Dieser Ausfall trifft uns heftig“

          Bis zuletzt hat Ski-Star Thomas Dreßen versucht, eine OP zu vermeiden. Wegen einer Hüftverletzung muss der Kitzbühel-Sieger nun doch unters Messer und fällt länger aus. Es ist ein schwerer Schlag für den Deutschen Skiverband.

          Topmeldungen

          Höchste Anspannung: Polizisten rennen am 21. November in Leipzig, um die Situation zu sichern, als sich Gegner der Corona-Politik und Gegendemonstranten in der Innenstadt gegenüberstehen.

          Polizei und Rassismus : Unter Verdacht

          Die Polizei steht unter Druck. Sie sei rassistisch, heißt es immer wieder. Ein Forscher, der mit Polizisten unterwegs war, sagt: So einfach ist es nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.