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Debatte um Fußball-Weltverband : „Fifa soll die Karten auf den Tisch legen“

  • Aktualisiert am

Die WM-Vergaben an Russland und Qatar werfen weiter Schatten auf die Fifa Bild: dpa

DFL-Präsident Rauball regt an, die Uefa von der Fifa zu lösen. Dieser Vorschlag findet aber bisher keine Resonanz. Dafür mehren sich die Forderungen, den Bericht zu den WM-Vergaben an Russland und Qatar ganz zu veröffentlichen.

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          Der Vorstoß des deutschen Ligapräsidenten Reinhard Rauball, dass aufgrund der aktuellen Verwerfungen beim Internationalen Fußball-Verband (Fifa) darüber nachgedacht werden müsse, ob sich der europäische Fußball von der Fifa-Organisation nicht besser trenne, findet bisher keine Resonanz. Auch beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), zu dessen Vizepräsidenten Rauball gehört, ist dessen Gedankenspiel offenbar auf wenig Gegenliebe gestoßen.

          DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, der im nächsten Mai für seinen Vorgänger Theo Zwanziger in den Fifa-Vorstand einziehen dürfte, gab keinen Kommentar dazu ab. Rauball hatte sich am Freitag im „Kicker“ geäußert. Er kritisiert die WM in Qatar wegen der anhaltenden Terminsuche und hat sich wie Niersbach auch in der Diskussion um missachtete Menschenrechte mehrmals gegen das Emirat positioniert.

          Nachdem es innerhalb der Fifa-Ethikkommission in dieser Woche im Rahmen der Untersuchung zu den korruptionsverdächtigen WM-Vergaben an Russland (2018) und Qatar (2022) zu einem Disput zwischen den beiden Vorsitzenden Michael Garcia (Chefermittler) und Hans-Joachim Eckert (Spruchkammer) gekommen ist, gibt es nun weitere Forderungen, den internen Ermittlungsbericht zu veröffentlichen. Nicht nur Theo Zwanziger kündigte einmal mehr an, dass er sich dafür stark machen wolle („Bild“).

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          Auch der EU-Sportkommissar Tibor Navracsics sprach sich für Transparenz aus: „Während ich nicht die Autonomie der Sportverbände angreifen will, denke ich, dass es Zeit ist, dass die Fifa alle Karten auf den Tisch legt, um die Zweifel über die Ergebnisse des Reports zu beseitigen“, sagte der ungarische Außenminister der „Financial Times“. Es gibt jedoch rechtliche Bedenken gegen eine Veröffentlichung des Untersuchungsberichts, in dem Zeugen und Verdächtige genannt werden, wenn eine solche Offenlegung vor möglichen Verfahren und Anhörungen stattfinden würde.

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