https://www.faz.net/-gtl-7l42p

Fußball-WM in Qatar : Fifa pfeift Generalsekretär zurück

  • Aktualisiert am

Die Fußball-WM 2022 findet nicht im Sommer in Qatar statt Bild: dpa

Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke verkündet, dass die Fußball-WM 2022 in Qatar nicht im Sommer stattfindet. Das steht aber noch gar nicht fest. Der Weltverband will erst nach der WM in Brasilien entscheiden.

          Die umstrittene Fußball-WM in Qatar soll nach Angaben von Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke nicht im Sommer 2022 stattfinden. Stattdessen solle das Weltturnier „zwischen dem 15. November und spätestens dem 15. Januar“ ausgetragen werden, sagte Valcke am Mittwoch dem französischen Radiosender France Info. Ob dies in der Saison 2021/22 oder 2022/23 geschehen soll, ließ der Franzose offen.

          Die endgültige Entscheidung über den Zeitpunkt fällt das Exekutivkomitee des Weltverbandes. Die Fifa relativierte Valckes Aussagen wenig später. „Der Beratungsprozess wird nicht überstürzt und bekommt die notwendige Zeit, alle relevanten Elemente in Betracht zu ziehen“, teilte die Fifa in einer schriftlichen Erklärung mit. Der genaue Zeitpunkt werde wie geplant erst nach der Weltmeisterschaft diesen Sommer in Brasilien getroffen.

          Vizepräsident Jim Boyce zeigte sich „schockiert“ über die Valcke-Äußerungen und verwies auf die Entscheidungsgewalt der Exekutive. „Stand jetzt bleibt das Turnier im Sommer“, sagte der Nordire dem TV-Sender Sky Sport. In den Wintermonaten sei das Wetter mit Temperaturen um die 25 Grad in dem Wüstenstaat am erträglichsten, sagte Valcke.

          „Das wird nicht Juni/Juli sein. Offen gesagt, ich denke, es wird zwischen dem 15. November und spätestens dem 15. Januar gespielt werden. Wenn sie zwischen dem 15. November und Ende Dezember spielen, dann ist das der Zeitraum, in dem die Wetterverhältnisse am besten sind. Da spielen sie mit Temperaturen, die denen eines etwas wärmeren Frühlings in Europa entsprechen. Sie spielen mit einer Durchschnittstemperatur von 25 Grad. Das ist perfekt, um Fußball zu spielen“, sagte Valcke.

          Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke

          Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge reagierte erstaunt auf die Äußerungen von Valcke. Als Präsident der Europäischen Club-Vereinigung (ECA) sei er „überrascht über die Aussagen des Generalsekretärs des Weltverbandes“, sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München der Nachrichtenagentur dpa. Rummenigge verwies auf ein persönliches Gespräch, das er im vergangenen Monat bei der Klub-WM in Marokko mit Fifa-Präsident Joseph Blatter geführt habe: „Sepp Blatter hat mir persönlich in Marrakesch mitgeteilt, dass man 2014 einen Konsultationsprozess führt und erst dann eine Entscheidung von der Fifa-Exekutive getroffen werden soll“, sagte der Präsident der Klubvereinigung ECA.

          Auch der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger relativierte in seiner Funktion als Mitglied der Fifa-Exekutive die Aussagen von Valcke. „Es gibt noch keinen formalen Beschluss, den Sommertermin aufzugeben, auch wenn die Tendenz klar scheint“, sagte Zwanziger dem Internetportal Sport1. Allerdings betonte der frühere Chef des Deutschen Fußball-Bundes, dass die WM wahrscheinlich im Winter gespielt werde. „Die WM wird in Qatar wohl nicht im Sommer ausgetragen werden, deshalb läuft ein Anhörverfahren, ob ein anderer Termin gefunden werden kann“, sagte Zwanziger.

          Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger

          Anfang Oktober hatte die Fifa eine Task Force gegründet, die bis Ende 2014/Anfang 2015 den geeigneten Termin finden und bei ihrem Entscheidungsprozess die Meinung von Spielern, Vereinen, Ligen, Verbänden, Sponsoren und Medien einbeziehen soll. Fifa-Präsident Joseph Blatter hatte sich aus Respekt vor „der olympischen Organisation“ für einen Termin Ende 2022 ausgesprochen, der nicht mit den Winterspielen kollidiert.

          Die Aussagen von Jérôme Valcke im Wortlaut

          In einem Interview des französischen Radiosenders France Info hat sich Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke zum Zeitpunkt der umstrittenen Fußball-WM 2022 in Qatar geäußert. Die zentralen Aussagen im übersetzten Wortlaut:

          „Das wird nicht Juni/Juli sein. Offen gesagt, ich denke, es wird zwischen dem 15. November und spätestens dem 15. Januar gespielt werden. Wenn sie zwischen dem 15. November und Ende Dezember spielen, dann ist das der Zeitraum, in dem die Wetterverhältnisse am besten sind. Da spielen sie mit Temperaturen, die denen eines etwas wärmeren Frühlings in Europa entsprechen. Sie spielen mit einer Durchschnittstemperatur von 25 Grad. Das ist perfekt, um Fußball zu spielen.“

          Weitere Themen

          Frankfurts später Dämpfer im Königsklassenkampf

          1:1 gegen Wolfsburg : Frankfurts später Dämpfer im Königsklassenkampf

          Der VfL Wolfsburg war lange das bessere Team, traf nur Pfosten und Latte, zwängte die Eintracht in die Defensive. Dann waren die Frankfurter auf einmal auf der Siegerstraße – und gingen doch nicht als Gewinner vom Platz.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.