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Fußball-WM in Brasilien : Eilkredit und Zusatzschichten in Curitiba

  • -Aktualisiert am

Noch nicht ganz fertig: Die Arena von Curitiba sorgt für Unruhe Bild: AP

Die WM-Veranstalter reagieren auf die Fifa-Warnung: In Curitiba werden nun Maßnahmen ergriffen, um das WM-Stadion doch noch rechtzeitig vor Turnierbeginn fertigzustellen.

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          Als Reaktion auf die Warnung der Fifa, Curitiba als Austragungsort für WM-Spiele zu streichen, hat die Regierung des Südstaates Paraná einen neuen Eilkredit in Höhe von umgerechnet rund zwölf Millionen Euro bereit gestellt. Die offiziell gut tausend Arbeiter auf der Baustelle, von denen nach Medienberichten aber nur die Hälfte bis zwei Drittel tatsächlich zur Arbeit kommen, sollen mit einer dritten Acht-Stunden-Schicht künftig rund um die Uhr die Arbeiten an dem Stadion vorantreiben. Im kühlen Curitiba sollen vier Gruppenspiele stattfinden. Das erste zwischen Iran und Nigeria ist für den 16. Juni vorgesehen, vier Tage später sollen sich Honduras und Ecuador messen. Am 23. Juni soll Weltmeister Spanien, der in Curitiba auch sein WM-Quartier aufschlagen will, gegen Australien spielen. Am 26. Juni schließlich sollen sich in der „Arena da Baixada“ Algerien und Russland gegenüber stehen.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke hatte sich bei einem Besuch der „Arena Corinthians“ am Dienstag trotz seiner Kritik zuversichtlich gezeigt, dass das Stadion rechtzeitig bis zum Eröffnungsspiel fertig gestellt wird. Ob der verspätete Termin der Übergabe der Eröffnung des Stadions am 15. April eingehalten werden kann, ist aber fraglich. Ursprünglich hätten alle zwölf WM-Stadien bis Ende 2013 an die Fifa übergeben werden sollen. Doch in mindestens fünf Stadien wird weiter gebaut, unter anderem in der „Arena Corinthians“ in São Paulo, wo am 12. Juni das Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien stattfinden soll.

          Die örtlichen Behörden in Curitiba behaupten derweil, die Arena sei zu neunzig Prozent fertig gestellt; lediglich bei der Dachkonstruktion und bei der Rasenaussaat gebe es Verzögerungen. Nach Angaben des brasilianischen Großunternehmens Odebrecht, das die Bauarbeiten in der „Arena Corinthians“ leitet, ist das Stadion „zu 97 Prozent“ fertig gestellt. Die Verzögerungen in Curitiba, wo das erst 1999 errichtete Stadion von bisher 28.000 auf 41.000 Sitzplätze erweitert werden soll, wurden durch Streiks der Bauarbeiter, Missmanagement und vor allem aufgrund eines lang anhaltenden Streits zwischen dem Verein „Atletico Paranaense“, den örtlichen Behörden und den Staatsbanken über die Finanzierung der Bauarbeiten verursacht.

          Fifa garantiert für Tickets

          Der Tageszeitung „Folha de São Paulo“ sagte Valcke, bisher habe die Fifa keine Pläne, wie die vier Gruppenspiele im Falle eines Ausfalls Curitibas auf die verbleibenden elf Spielorte verteilt werden sollen. Bereits verkaufte Tickets würden aber im Falle eines Falles ihre Gültigkeit für die Spiele an anderem Ort behalten oder von der Fifa zurückgenommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Curitiba tatsächlich als Spielort gestrichen werde, sei „im Moment nicht hoch“, behauptete Valcke.

          Bauplatz, der Sorgen macht: Sie Arena im Herzen Curitibas

          Neben den Bauarbeiten in den Stadien sind auch die Arbeiten an Flughäfen und Zufahrtsstraßen im Verzug. Vor allem am Flughafen in Fortaleza im nordöstlichen Bundesstaat Ceará, wo Deutschland am 21. Juni im Gruppenspiel auf Ghana trifft, hinken die Arbeiten dem Plan hinterher. Seit mehr als einer Woche streiken dort die Arbeiter wegen Verzögerungen bei der Lohnzahlung. Die erste Phase beim Ausbau des Passagierterminals soll bis März abgeschlossen werden. Bislang wurden nach Angaben des Nachrichtensendung „Journal da Globo“ vom Dienstag aber nur 25 Prozent der Arbeiten abgeschlossen. Fortaleza, wo außerdem am 17. Juni Brasilien gegen Mexiko spielt, sei die WM-Stadt mit der größten Verspätung beim Flughafenausbau.

          Am Mittwoch reiste Fifa-Generalsekretär Valcke zur Eröffnung des Stadions nach Natal im Nordosten Brasiliens. Als weitere Stationen der Inspektionsreise sind Manaus in Amazonien und Cuiabá im Bundesstaat Mato Grosso im Westen Brasiliens geplant. Knapp fünf Monate vor dem Anpfiff der WM bereiten neben Verzögerungen beim Stadionbau und bei der Modernisierung der Infrastruktur auch die prekäre Sicherheitslage in manchen Städten sowie drohende Wucherpreise bei Hotelübernachtungen und inländischen Flugreisen weiterhin Sorge.

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